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aus unserem Archiv vom 28. März 2011
Autor: Von unserem Redakteur Christian BrunkerOrt: Drucken  E-Mail

Debatte um entscheidende 30 Zentimeter

Eigentlich wäre man in Schönecken gerne schon dabei, das neue Dorfgemeinschaftshaus zu bauen. Doch der Landesrechnungshof hat die Kosten für das Projekt kritisiert und Abstriche gefordert. Unter anderem soll die Markt- und Kulturhalle einen Meter niedriger werden.

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Schönecken. Während wenige Meter weiter schon am neuen Altenwohn- und Pflegeheim gebaut wird (der TV berichtete), herrscht hinter dem Alten Amt in Schönecken noch völlige Ruhe. Eigentlich sollte dort im vergangenen Herbst mit dem Bau der neuen Markt- und Kulturhalle begonnen werden. Nach langem Einsatz in der Ortsgemeinde für ein angemessenes Dorfgemeinschaftshaus lagen damals endlich die Förderzusagen für das insgesamt rund 2,129 Millionen Euro teure Großprojekt vor (der TV berichtete). Das Land hatte einen Zuschuss von 1,16 Millionen bewilligt, zehn Prozent der Baukosten sollten aus privaten Spenden finanziert werden, den Rest - 964 000 Euro - wollte die Ortsgemeinde stemmen.
 
Eine baufachliche Prüfung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), die die Pläne auf ihre Zweck- und Verhältnismäßigkeit hin bewertet, lag ebenfalls vor. "Wir hatten im September 2010 genau einen Tag lang die Baufreigabe", sagt Ortsbürgermeister Matthias Antony.
 
Doch nach diesem einen Tag stoppte die ADD auf Anweisung des Landesrechnungshofs in Speyer das Projekt, wie Antony berichtet. "Seitdem sind wir ganz erheblich am Kämpfen." Es geht darum, das Projekt günstiger zu machen. Ein Hallensegment hinter der Bühne ist dem Rotstift bereits zum Opfer gefallen, genauso wie die Empore. Auch das Foyer wurde verkleinert, um dem Rechnungshof entgegenzukommen. Doch ein Krisengespräch beim Landesrechnungshof brachte keinen Durchbruch.
 
Wichtigster Streitpunkt ist derzeit die vom Rechnungshof geforderte Absenkung des Daches um einen Meter. Bislang ist man der Aufforderung um rund 70 Zentimeter entgegengekommen, doch das Land besteht auf den verbliebenen 30 Zentimetern. Darauf will sich Antony nicht einlassen. Man habe schon auf die Empore verzichtet, wolle sich aber die Möglichkeit offenhalten, diese in einem zweiten Bauabschnitt später - etwa in Eigenleistung - nachträglich einzubauen. Das sei aber nicht möglich, wenn das Dach weiter gesenkt werde. "Wenn wir schon dieses Geld ausgeben, sollte die Halle auch Zukunftspotenzial haben", sagt Antony. Vor allem, weil man nicht einmal per se sagen könne, dass die Halle so günstiger werde. Denn mit einem niedrigeren Dach müsste die gesamte Heizungsanlage neu geplant werden.
 
Bei aller Diskussion stellte er aber auch klar, dass keineswegs das ganze Projekt auf der Kippe stehe. Bei Gesprächen mit der ADD sei ihm versichert worden, dass man auf der Zielgeraden sei und da jetzt durchmüsse. Trotz aller Einschnitte habe man immer noch eine Halle, die den Ansprüchen gerecht werde.
 
Allerdings ist Antony die Verärgerung über die wegen des Landesrechnungshofs notwendig gewordenen Umplanungen deutlich anzumerken. So seien nach dem ganzen Hin und Her die Baukosten lediglich um 163 000 Euro reduziert worden, der Gemeindeanteil in der Folge von 964 000 Euro auf 930 000 Euro geschrumpft.


 
EXTRA ORDNUNG IN SCHöNECKEN

 
Im Gemeinderat berichtete Ortsbürgermeister Antony darüber, dass im vergangenen Winter zahlreiche Anwohner nicht ihren Pflichten bei der Straßenräumung nachgekommen seien. Prinzipiell gebe es zwar die Möglichkeit, deswegen Ordnungsgelder zu verhängen, doch vor diesem Schritt schreckt Antony im Sinne des dörflichen Friedens noch zurück. Stattdessen wollen die Gemeinderatsmitglieder nun die entsprechenden Hausbesitzer persönlich aufsuchen und "blaue Briefe" verteilen, um vielleicht damit den einen oder anderen zu überzeugen. Seit langem ein Problem im Ort seien außerdem einige Hundehalter, die mit ihren Tieren im Park spazieren gingen, es aber nicht für nötig hielten, die Hinterlassenschaften ihrer Hunde ordnungsgemäß zu entsorgen. ch
 



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