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Der Kylltalradweg hat seine volle Länge erreicht - Auch im belgischen Teil

(Jünkerath/Büllingen) Auch auf belgischer Seite ist der Kyllradweg nun durchgehend asphaltiert. Pünktlich zur zweiten Auflage des Radaktionstags kann die Strecke damit am Sonntag, 13. August, noch unbeschwerter genossen werden.

06.07.2017
Frank Auffenberg
 Als 2015 mit einem grenzüberschreitenden Fest der Kyllradweg zwischen Belgien und Jünkerath eingeweiht wurde, war die Begeisterung zwar sofort groß (der TV berichtete), doch nicht überall auf der ehemaligen Bahntrasse ließ es sich gleich komfortabel radeln - hier und da fehlten noch abschließende Arbeiten. Zwei Jahre danach kann die Strecke beim Aktionstag "Grenzenlos Kyllradweg" am Sonntag, 13. August, nun aber in ganzer Länge genossen werden. "Auch in Belgien ist der Weg jetzt komplett asphaltiert", sagt Diane Schmitz, Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Prüm, bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Büllingen.

"Das Teilstück ist fertig - nun doch schneller als geplant und auch zunächst gedacht", sagt Willy Heinzius, erster Schöffe im Büllinger Gemeindekollegium. Man habe eigentlich erst für 2018 oder 2019 mit dem Abschluss der Arbeiten gerechnet: "Wohl auch wegen des bisherigen Erfolgs konnte das aber nun doch viel schneller gehen. Im Oktober war der Weg befahrbar, im Frühjahr konnte die abschließende Asphaltschicht aufgebracht werden", sagt er. Die Arbeiten auf belgischer Seite, zwischen Weywertz und Losheimergraben, haben 680 000 Euro gekostet. "Knapp 100 000 Euro pro Kilometer - sie sind gut investiert ", sagt Heinzius.

Rudolf Westerburg, Stadtbürgermeister von Hellenthal, stimmt ihm zu: "Der Kyllradweg wird sehr gut angenommen. Am Kronenburger See wurden fast 50 000 Radfahrer im vergangenen Jahr gezählt. Wir bemerken zufrieden, dass sich die Tourismusbetriebe auch auf den Erfolg einstellen. Viele Gastgeber bieten mittlerweile Pakete an, die sich an die Bedürfnisse der Radfahrer richten", sagt er.

Auch auf rheinland-pfälzischer Seite seien die Zahlen ein Grund zur Freude, sagt Diane Schmitz. Allein die Zählstation bei Stadtkyll registrierte 2016 insgesamt 39 915 Bewegungen auf der Strecke (der TV berichtete). Vor dem Ausbau waren es 2014 noch 23 000, und die Prognosen für das laufende Jahr sind hervorragend. "Für 2017 zeichnet sich schon jetzt eine weitere außerordentliche Zunahme des Radverkehrs ab", sagt Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) Gerolstein.

Im ersten Halbjahr 2017 seien bereits 30 000 Fahrradfahrer gezählt worden. Grund dafür sei neben der hohen Zahl an Sonnentagen im Frühjahr auch die steigende Bekanntheit der nun bestehenden guten Verbindung zwischen Vennbahn und Kylltal. Und die Bekanntheit werde auch dank des gemeinsamen Aktionstags weiter steigen, sagt Diane Schmitz. "Unsere Aufgabe als Kommunen ist, eine gute touristische Infrastruktur auf die Beine zu stellen, und gemeinsam gehen wir das weiter entschieden an", ergänzt Westerburg.

An sechs Stationen werden die Anliegerkommunen des Kyllradweges oder RAVel 54, wie er in Belgien ausgeschildert ist, zwischen Büllingen und Jünkerath ihre Gäste mit einem bunten Programm empfangen. "Die Vereine der Orte haben wieder einiges auf die Beine gestellt - sie sorgen im Grunde dafür, dass der Tag wieder ein Erfolg wird", sagt Günter Rosenke, Landrat des Kreises Euskirchen. Eröffnet wird "Grenzenlos Kyllradweg" um 10 Uhr in Büllingen. "Wer dann noch nicht sofort auf die Strecke gehen mag, kann sich bei einem gemeinsamen Frühstück erstmal stärken", sagt Heinzius.

Weitere Informationen und Details zum Programm an den Stationen im Internet unter www.grenzenlos-kyllradweg.de
Extra: RADFAHREN AUF HISTORISCHER BAHNTRASSE

Die Vennquerbahn wurde 1912 als Zugverbindung zwischen der Vennbahn und der Eifelstrecke Köln-Trier eröffnet. 1981 fuhr dort der letzte zivile Güterverkehr über die Gleise. Bis 1999 wurde die Trasse noch von der Nato für Transporte in Richtung Elsenborn genutzt. Im Jahr 2003 folgte allerdings die endgültige Stilllegung. Im Mai 2015 wurde auf der alten Trasse der Kyllradweg, in Belgien RAVel 54, eröffnet. Die Strecke schließt sich an den Radwanderweg auf der ehemaligen Vennbahn zwischen Kornelimünster und Luxemburg an. Von Jünkerath-Glaadt verläuft sie an Kronenburg vorbei nach Losheim. Von dort geht es weiter nach Belgien, über Büllingen am Bütgenbacher See entlang bis nach Weywertz.