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Die Brückenbauer vom Kylltalradweg

Neues Element per Kran in Losheim eingesetzt - Fünf Bauwerke an der Trasse werden zurzeit saniert

(Jünkerath/Stadtkyll/Losheim) Neue Brücke, alte Brücke: Am Kylltalradweg ist gestern bei Losheim ein 20 Meter langes Aluminium-Element eingesetzt worden. Zugleich läuft die Sanierung weiterer Brücken auf der Trasse für gut eine halbe Million Euro.

06.11.2013
Fritz-Peter Linden
Jünkerath/Stadtkyll/Losheim. Zack und sitzt: Die Arbeiten am Kylltalradweg zwischen Jünkerath und Losheim (der TV berichtete) sind am Mittwoch ein sichtbares Stück vorangekommen. Auf der nordrhein-westfälischen Seite der etwa 19 Kilometer langen Strecke wurde gegen 8.30 Uhr bei Losheim per Kran eine große Aluminium-Brücke eingesetzt.
Der Radweg ist ein gemeinsames Projekt der beiden benachbarten Bundesländer. Im Kreis Euskirchen ist man zuständig für den Wegebau, auf rheinland-pfälzischer Seite für die Brücken, die neu gebaut oder saniert werden müssen. Darum kümmern sich beim Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein Oliver Arimond und Viola Herrmann, die auch die neue Brücke entwarf: "Insgesamt sind es fünf Brücken, die im Zuge des Radwegs ertüchtigt werden", sagt Arimond, sie stehen in Stadtkyll, Hallschlag, Jünkerath-Glaadt und Kronenburg. Vorgesehene Kosten für alle: rund 550 000 Euro.
Die Losheimer Brücke kostet 90 000 Euro. Die vermutlich teuerste - und die mit der spannendsten Historie - dürfte aber die Brücke am Ortsausgang von Stadtkyll sein. Sie erhält auf die vorhandene Eisen- und Stahlkonstruktion derzeit einen stabilen Stahlbetondeckel, etwa 29 Meter lang und 3,25 Meter breit. Der Preis: etwa 120 000 Euro, sagt Oliver Arimond. Dabei ist die Stadtkyller Brücke eigentlich gar keine Stadtkyller Brücke: Sie stammt nämlich aus Pelm. Wer dazu mehr erfahren will, fragt am besten die Eisenbahnfreunde in Jünkerath. "Das stimmt", bestätigt Rainer Helfen, zugleich Jünkerather Ortsbürgermeister.
Und er verweist auf Heinz Regnery. Der ist auch Eisenbahnfreund und stammt aus Gerolstein: "Die Brücke stand in Pelm", sagt er, "an der Strecke von Gerolstein nach Hillesheim."
Sie habe aus zwei Elementen bestanden und sei während der Kämpfe am Ende des Zweiten Weltkriegs von den Deutschen gesprengt worden: "Damit die Amerikaner da nicht mit den Panzern drüberfahren konnten. Das ist kurios, aber es war so." Er selbst habe die zerstörte Brücke noch als Kind gesehen, sagt der 78-Jährige. Die anschließend noch brauchbaren Teile seien am Ende des Krieges nach Stadtkyll geschafft und dort eingebaut worden: "Weil das da genau gepasst hat."
Vielleicht passt ja nun auch zeitlich alles - und finanziell: Oliver Arimond hofft darauf, dass der Bund rechtzeitig weitere Mittel für das insgesamt 4,9 Millionen Euro teure Radweg-Vorhaben bereitstellt und die Brückenarbeiten im Frühjahr abgeschlossen werden. "Und dass wir dann den eigentlichen Radweg ausschreiben können."
Extra
Von den knapp 19 Kilometern Bahntrassen-Radweg zwischen Jünkerath und Losheim seien 5,5 Kilometer gebaut, sagt Michael Weber von der Kreisverwaltung Euskirchen. Allerdings fehlen noch die Absturzsicherungen. Der nächste Abschnitt, 1,8 Kilometer in Richtung Hallschlag, ist beauftragt. Die dann noch fehlenden gut elf Kilometer werden im kommenden Jahr gebaut. fpl