region/pruem

Die Muh-Kuh verschwindet von der Straße

(Pronsfeld) Nach dem Zusammenschluss der Molkereien Arla Foods und der Milch-Union Hocheifel (Muh) werden die früher allgegenwärtigen Muh-Laster immer seltener im Straßenbild, stattdessen fahren sie mit dem Logo der Arla Foods. So mancher Eifeler beklagt den Verlust der regionalen Molkerei. Arla-Geschäftsführung und Landwirte verweisen auf die Vorteile der Fusion.
Podcast
Pronsfeld. "Die Muh war immer die große, prägende Marke der Region. Zum einen verschwindet jetzt der Name, zum anderen ist auch unklar, welche Verhältnisse nun hinter den Kulissen herrschen", sagt Mario Mereien aus Prüm. Zu hoffen sei jedenfalls, dass der Standort Pronsfeld erhalten bleibt.
Eine andere Leserin betont, das Logo mit der Kuh sei einmalig gewesen und für viele Eifeler eine Identifikationsfigur mit "ihrer" Molkerei.
"Die Milch-Union Hocheifel ist Geschichte", sagt Wolfgang Rommel, Pressesprecher der Arla-Gruppe. Sie firmiere nun unter dem Dach der Arla Foods. "Dieses Rad können wir nicht mehr zurückdrehen." Aber man habe die Fusion zum Wohl der Landwirte als auch der Mitarbeiter beschlossen. Er könne zwar auch das Bedauern der Eifeler nachvollziehen, aber die Marke Muh auf Produkten werde nicht verschwinden. Bislang seien ja lediglich die ersten Laster und Straßenschilder umgerüstet. In den Supermärkten der Region sei die Muh nach wie vor präsent. Allerdings gebe es für die zukünftige Positionierung noch keine abschließende Entscheidung. Zunächst sei man mit dem Zusammenwachsen ausgelastet. "Das ist wirklich eine Herkulesaufgabe für alle Mitarbeiter", sagt Rommel.
Für Michael Horper, den Vorsitzenden des Kreisbauernverbands, ist die Entwicklung nachvollziehbar. "Die Arla möchte ihre Produkte in ganz Deutschland vermarkten, da ist der Schritt logisch und konsequent. Aber natürlich spielt bei uns auch ein bisschen Wehmut mit." Letztlich sei für die Genossenschaftsmitglieder der Milchpreis aber das Wichtigste. "Und der war in den vergangenen Jahren murks", sagt Horper. Von daher sei der Schritt zur Fusion richtig. Zudem sei die Muh im Einzelhandel nur mit wenigen Produkten als Marke präsent gewesen, die Stärke habe immer in den Handelsmarken gelegen. Das heißt, dass sie die Milch für die Eigenmarken der Einzelhändler wie Rewe oder Aldi geliefert habe.

Hoffen auf stabile Preise


Horper hofft, dass es mit der Arla nun gelinge, den Milchpreis oberhalb von 30 Cent zu stabilisieren. "Der Milchpreis ist nun einmal der Souverän." Das Aufgehen der Milch-Union in der Arla sei dabei leider die Kehrseite der Medaille, die man in Kauf genommen habe, sagt Horper. Dennoch wolle man versuchen, die Marke Muh und die Eifel-Milch am Leben zu erhalten, "auch wenn es schwer wird".
Vielleicht gelinge es, wenn das Zusammenwachsen einmal abgeschlossen ist, eine Marke für die "Eifel-Milch" zu entwickeln und damit auch bei der Arla-Geschäftsführung Gehör zu finden. "Das ist eine Aufgabe, die wir uns für die Zukunft gestellt haben."
Extra
"Ich finde es schade, dass dieser regionale Eifelbetrieb von einem internationalen Konzern aufgekauft worden ist. Meine Oma hat früher dort gearbeitet, da kennt man natürlich noch die ganzen alten Arbeitgeber." "Der wirtschaftliche Aspekt dieser Fusion muss betrachtet werden. Ist es wirklich sinnvoll, dass ein großer Konzern nun die Vorgänge in der Region bestimmt? Das Schicksal liegt jetzt nicht mehr vor Ort." "Meine Hauptsorge ist, dass hoffentlich alle Arbeitsplätze im Betrieb erhalten bleiben können." (kstl)/Fotos: Katrin Stahl

 


Das könnte Sie auch interessieren



Anzeige