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Die ersten Lücken beginnen sich zu schließen

Modehaus Steffen: Mehrere Interessenten für das Geschäft am Johannismarkt - Hoffen auf den Hahnplatz

(Prüm) Seit dem Spätsommer ist das Prümer Traditions-Modehaus Steffen am Johannismarkt geschlossen. Die Familie ist aber guter Dinge, dass man bald einen neuen Pächter haben wird. Bis zum Sommer soll ein Nachfolger drin sein.

08.01.2016
Fritz-Peter Linden
Prüm. Früher Kathol, später Steffen: Das Prümer Traditions-Modegeschäft in bester Stadtlage am Johannismarkt ist seit August vergangenen Jahres geschlossen. Marita und Gerwin Steffen kümmern sich seitdem vorrangig um ihre anderen Immobilien, unter anderem das Stammhaus der Familie in Stadtkyll und das Bistro in Neuerburg.

Beides ist verpachtet - und das soll auch in Prüm bald wieder so sein.
"Wir haben da keine Bedenken", sagt Gerwin Steffen. Man stehe in Verhandlungen mit mehreren ernsthaften Interessenten und sei auch für weitere noch offen. Allerdings nicht für jeden: Es müsse passen, sagt der 63-Jährige. "Wir wollen nicht noch so ein Ein-Euro-Ding da haben." Entsprechende Anfragen habe man deshalb auch abgeschmettert. Wichtig sei, "dass es passt und auch dauerhaft ist".

Was Neues in der Hillstraße


Den Steffens gelang es übrigens auch, ihre bisherigen neun Beschäftigten an anderer Stelle unterzubringen, in Geschäften in der Stadt und der Umgebung: "Das war uns wichtig", sagt Gerwin Steffen.
"Für Prüm und die ganze Nachbarschaft ist es natürlich schade, dass so ein Geschäft, das auch einen großen Kundenkreis hat, nicht mehr da ist", sagt Christine Kausen, die Vorsitzende des Gewerbevereins. "Ich hoffe natürlich, dass der Leerstand nicht zu lange dauert. Aber ich ich freue mich darüber, dass die Familie Steffen nach einem Nachmieter sucht, der zu Prüm und zu den Kunden passt. Da ist es gut, dass man sich etwas Zeit lässt, damit es später auch wirklich stimmt."

In der Hillstraße ist übrigens Anfang Januar wieder eine Ladentür geöffnet: Im ehemaligen Musikgeschäft bietet Anna Schwickerath im "Ann’s" den Bürgern die Möglichkeit, Dinge, die sie verkaufen wollen, ins Regal zu legen oder an einen Bügel zu hängen. Gegen eine kleine Provision übernimmt sie den Verkauf - "das ist mal eine ganz neue Idee für Prüm", sagt Christine Kausen.

Darüber hinaus hofft sie auch darauf, dass sich vor allem am Hahnplatz einige schmerzende Lücken bald wieder schließen. Das sei zum einen direkt neben der Basilika das ehemalige Elektro-Geschäft Wirtzfeld und am oberen Hahnplatz der frühere Schlecker-Markt. Immerhin: Schräg gegenüber ist mittlerweile "Tonis Büdchen" eröffnet (der TV berichtete).

"Spätestens nach der Umgestaltung wird der Platz so attraktiv sein, dass sich Interessenten finden", sagt die Gewerbechefin und Stadtbeigeordnete voller Überzeugung.

Wer genau nun an den Johannismarkt kommen wird, bleibt vorerst offen. Dass es sich dabei um jemanden aus dem Textilbereich handeln könne, sei aber wahrscheinlich, sagt Gerwin Steffen. Noch nicht entschieden sei außerdem, ob und in welchem Umfang man das Haus renovieren werde: Das hänge davon ab, was ein neuer Pächter dort vorhabe.
Meinung
Keine Eile
Dass die Steffens, wie sie selbst sagen, ihr Geschäft "nicht auf Teufel komm raus" wieder beleben wollen, kann die Prümer freuen. Lieber ein bisschen länger warten und die Richtigen an diese exponierte Stelle holen als den erstbesten Billigschuppen. Davon gibt es bereits mehr als genug. Die Stadt ist gerade dabei, sich neu herauszuputzen. Da dürfen die Angebote hinter den Ladenfenstern ebenfalls anspruchsvoll sein. f.linden@volksfreund.de

 

 

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