region/pruem

Dramatischer Start, tolle Entwicklung: Landal Green Park in Stadtkyll feiert Sommerfest

(Stadtkyll) Der Landal Green Park in Stadtkyll feiert bald sein Sommerfest - und Jubiläum. Den Anfang nahm die touristische Entwicklung vor 50 Jahren, als der Campingplatz eröffnet wurde. Die Feier nahm damals allerdings ein trauriges Ende.

19.07.2017
Fritz-Peter Linden
Stadtkyll Im Oberen Kylltal ist allerhand los am Sonntag, 13. August: Dann startet wieder der Radaktionstag zwischen Jünkerath und dem belgischen Büllingen. Der Landal Green Park im Wirfttal bei Stadtkyll feiert an diesem Sonntag gleichzeitig sein großes Sommerfest - und bietet allen Teilnehmern des Aktionstags einen Fahrradverleih, E-Bike-Ladestation, Rad-Waschplatz und Equipment von Helm bis Handschuh (wie an allen anderen Tagen des Jahres übrigens auch).
Zugleich begeht man mit den Stadtkyllern ein Jubiläum. Denn vor 50 Jahren eröffnete die Gemeinde an gleicher Stelle ihren Campingplatz - mit Stausee, dem zweiten im Wirfttal, nachdem man in den Jahren davor bereits einen See ganz in der Nähe angelegt hatte.
"Das war die Initialzündung für den Tourismus in Stadtkyll", sagt Andreas Wisniewski, Tourismus-Verantwortlicher der Verbandsgemeinde Obere Kyll. "Es war der erste Betrieb, der neben den bestehenden Pensionen richtig viele Leute in den Ort zog."
Im Dorf entstanden etliche weitere Gastbetriebe, im Wirfttal ging es zügig weiter: Der niederländische Versicherer Ennia übernahm bald die Anlage und baute sie aus, um seinen Mitarbeitern Ferien in der Eifel zu ermöglichen.
Ennia fusionierte 1983 mit einem weiteren Versicherungsunternehmen zur Aegon, der Park erhielt einen neuen Namen, nachdem er inzwischen auch für andere Gäste geöffnet worden war. Aegon verkaufte wiederum 1996 den touristischen Zweig an eine Investorengruppe, die das Geschäft unter dem Namen Landal Green Parks weiterführte.
Heute zählt der Ferienpark im Tal der Wirft mit 155 Camping-Stellplätzen, 14 Mobilheimen und 209 Ferienbungalows mehr als 60 000 Gäste im Jahr und etwa 236 000 Übernachtungen, wie Parkchef Tim Fuchs unserer Zeitung sagt. "Die Zahlen sind im vorigen Jahr noch einmal um fünf Prozent gestiegen, seit 2013 haben wir jetzt im fünften Jahr ein Wachstum", ergänzt Fuchs, der in den vergangenen Jahren den Park an etlichen Stellen runderneuern ließ.
Vor allem den niederländischen Feriengästen ist der Ort seither ein Begriff: Andreas Wisniewski erinnert an eine Erhebung im Nachbarland vor einigen Jahren. Die Bürger seien gefragt worden, welcher Ort in Deutschland ihnen spontan einfalle - auf Platz 14 der Anworten, nach den großen Städten und weithin bekannten Touristenzielen: Stadtkyll. Und auf der "Deutschlandkarte" im Magazin der Wochenzeitung "Die Zeit" kam der Ort auf Rang sieben der beliebtesten Urlaubsziele der Niederländer. Auch nicht schlecht.
Den Aktionstag am 13. August plane man wieder als "Fest für die Familien, für die Gäste und die Menschen in der Region", sagt Fuchs.
Auch er kennt die Geschichte von der Eröffnung - die vielen damals Beteiligten in trauriger Erinnerung blieb. Denn Ortsbürgermeister Fritz Meyer erlitt während seiner Rede einen Herzinfarkt und starb wenige Minuten später im Alter von 67 Jahren.
Sein heutiger Nachfolger Harald Schmitz war damals ebenfalls dabei: "Da war ich acht Jahre alt, ich stand auf der anderen Seite vom See", erzählt er.
Dass man dem damaligen Bürgermeister ein ehrendes Andenken bewahre, ist für ihn keine Frage: "Weil er nun einmal derjenige war, der das Kind in die Wiege gelegt hat, mit dem damaligen Ortsgemeinderat." Die Gründung des Campingplatzes, sagt Harald Schmitz, "war die beste Entscheidung, die je in Stadtkyll gefallen ist. Es war die Grundsteinlegung für den heutigen Tourismus - mit kontinuierlichem Zuwachs."
Extra: WAS DIE ZEITUNGEN DAMALS SCHRIEBEN

Der Tod des Stadtkyller Bürgermeisters Fritz Meyer beherrschte die Berichterstattung über die Eröffnung: Stausee und Campingplatz seien "das Werk seines Lebensabends" gewesen, schrieb die Trierische Landeszeitung. "Humorvoll waren die letzten Worte, die er sprach. Die Blumen, die er der Gattin des Campingplatzbetreibers überreichen wollte, nimmt er mit ins Grab." Bleiben werde "die Erinnerung an einen Menschen, der in der Gemeinde Stadtkyll schwer zu ersetzen sein wird". "Sein letzter Dienst galt Stadtkyll", titelte der Trierische Volksfreund, der später auch über die Beerdigung des Bürgermeisters berichtete, und verwies in seinem Nachruf auf die Entwicklung, die das Dorf in Meyers mehr als zehnjähriger Amtszeit genommen hatte. Mit der Fertigstellung der beiden Wirftstauseen und der Campinganlage sei "ein Herzenswunsch des Bürgermeisters in Erfüllung gegangen. Stadtkyll hat seinem verstorbenen Bürgermeister viel zu verdanken."