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Ein Renner schon vor der Eröffnung

Kylltalradweg: Immer mehr Fahrer testen Teilstück - Neuer Verlauf in Gönnersdorf?

(Hallschlag/Jünkerath/Gönnersdorf) Der Kylltalradweg: Zurzeit wird er zwischen der Grenze zu Belgien bei Losheim und Jünkerath komplett auf die frühere Bahntrasse verlegt. Und auf dem ersten fertigen Teilstück sind die Radler schon fröhlich unterwegs.

07.08.2014
Fritz-Peter Linden
Hallschlag/Jünkerath/Gönnersdorf. Er dürfte wohl ein Renner werden, der Kylltalradweg auf dem Teilstück zwischen Losheim und Jünkerath. Von der Grenze zu Belgien bis nach Hallschlag ist er bereits wieder auf die frühere Bahntrasse verlegt und asphaltiert (der TV berichtete) und wird von den Radlern und Spaziergängern bereits kräftig genutzt.
Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Gerolstein, hat dazu eine interessante Zahl: Oliver Arimond, der beim LBM für Bau und Reparatur der Brücken zuständig ist, habe kürzlich in nur einer guten Stunde 70 Radler gezählt - während andere, bereits eröffnete Radwege, am ganzen Tag auf vergleichsweise wenige 180 Benutzer kommen.
Wie gesagt: Nur auf dem Stück zwischen Losheim und Hallschlag. "Das heißt: Der Druck ist groß, das Ding fertig zu machen", sagt Andreas Wisniewski, Chef der Tourist-Information Oberes Kylltal, und zeigt sich optimistisch: "Aus meiner Sicht wird das ein Riesenerfolg. Es gibt einen Premium-Wanderweg quer durch die Eifel, den Eifelsteig. Und bald haben wir dann auch einen Premium-Radweg." Denn dann gelange man von Aachen aus zunächst über die belgische Seite bis nach Büllingen, könne von dort ins Kylltal abzweigen und bis nach Trier weiterradeln.
Einige sehen das genauso mit dem Erfolg: Schon haben sich, zum Beispiel in Stadtkyll und Jünkerath, die ersten Gastronomen aufgemacht, den künftigen Radweg-Touristen passende Angebote bereitzustellen.
Der Abschnitt von Hallschlag über Kronenburg und Stadtkyll nach Jünkerath ist noch im Bau, die gesamte Strecke soll nach Auskunft von Enders im Mai 2015 eröffnet werden. Gesamtkosten: vier Millionen Euro. Und mit etwas Wetterglück, sagt Enders, "steht der Asphalt auch schon früher für Probefahrten zur Verfügung."
Aber auch ein Stückchen hinter Jünkerath macht man sich Gedanken: Denn weil zurzeit in Gönnersdorf die Ortsdurchfahrt erneuert wird, über die dort auch der Radweg abschnittsweise führt, ließ Gemeindechef Walter Schmidt eine Umleitung über einen Wirtschaftsweg einrichten - "das wird gut angenommen von den Radfahrern", sagt er.
Schmidt hat aber noch mehr vor: Wenn es nach seiner Vorstellung geht, soll der Kylltalradweg irgendwann den Ort nur noch tangieren und auf etwa zwei Kilometern entlang der noch aktiven Bahnstrecke zwischen Köln und Trier in Richtung Jünkerath verlaufen.
Baulich sei das kein Problem, auch wenn es noch keine Kostenberechnung gibt: Es bestehe die Möglichkeit, den Radweg in genügend Abstand zu den Gleisen anzulegen. Nur an der Brücke zwischen den beiden Orten, über die die B 421 verläuft, müsse man zur Sicherheit der Radler einen Zaun bauen.

Steigungsfrei ist radlerfreundlich


Der Vorteil: Der Radweg verliefe auch auf diesem Stück dann, anders als jetzt, steigungsfrei. Dieses Plus sieht auch Andreas Wisniewski: "Alles, was das Profil des Radwegs verbessert, ist benutzerfreundlich. Du gleitest dann im Grunde genommen durch die Region, ohne dass du siehst: Oh, da vorne kommt ne Steigung."
Walter Schmidts Idee findet beim LBM durchaus Anklang: "Das ist ein Thema", sagt Harald Enders, "wir sind offen für Vorschläge und werden die auch untersuchen."
Beim Landesbetrieb in Gerolstein denke man allerdings auch im weiteren Verlauf des Radwegs darüber nach, wo man ihn für die Pedalisten noch besser und bequemer machen könne: "Wir gucken eigentlich überall, wo es Schwächen gibt, ob man dort nicht noch etwas verbessern kann."
Extra
Der Kylltalradweg besteht schon seit vielen Jahren - führte aber im Oberen Kylltal bisher nicht über die Bahntrasse, sondern abschnittsweise sogar über die Bundesstraße 421. Im Jahr 2006 kauften die Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Strecke von der Deutschen Bahn. Der Kreis Euskirchen (Anteil: 7,5 Kilometer auf den Abschnitten bei Kronenburg und Losheim) übernimmt den Bau der Fahrbahn, während der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein die Sanierung oder Erneuerung der 29 Brücken auf dem Abschnitt verantwortet. Die Gesamtkosten betragen vier Millionen Euro. Die Aufträge für den Abschnitt von Hallschlag bis Jünkerath seien vergeben, sagt LBM-Chef Harald Enders. Bis Kronenburg liege bereits die Frostschutzschicht. fpl

 

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