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aus unserem Archiv vom 02. Mai 2012
Autor: Fritz-Peter Linden Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Arzfeld Drucken  E-Mail

Eine Messe mit Impulsen für die Zukunft

Die Westeifelschau ist gelaufen: Gut 10 000 Besucher kamen an den vier Messetagen nach Arzfeld, etwas mehr als vor zwei Jahren. Und vielleicht geht von dieser Schau ein wesentlicher Impuls für die Zukunft aus: mit der Arbeitgeber-Marke Eifel.

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Arzfeld. Am Stand der Olmscheider Baugesellschaft wird konzentriert gearbeitet: Chef Achim Berg zeigt dem 14-jährigen Benjamin Arnone aus Bleialf, wie man Steine zu einem Bogen zusammensetzt - und der stellt sich richtig geschickt an. Macht Spaß, sagt Benjamin. Wäre das ein Beruf für ihn? "Mmm … nä", sagt er. Und was will er werden? "Kaufmann im Einzelhandel!"
Achim Berg lacht: "Der weiß, was er will. Dann haben wir eigentlich unser Ziel erreicht."
Viele Schüler sind zur Messe gekommen, um sich über die Perspektiven in den Eifeler Betrieben zu informieren. Mit überraschenden Ergebnissen. Bergs Mitarbeiter Jörg Klerf: "Eigentlich waren es mehr Mädchen als Jungen, die hier gemauert haben. Und die waren wirklich interessiert."
Gehen wir also zu den Mädchen: Schräg gegenüber, am Stand von Weiland Bau aus Irrhausen, sitzen Hertha Penner aus Arzfeld und Saskia Dick aus Waxweiler, beide 16 Jahre alt. "Das ist richtig schön gemacht", sagt Hertha zu den Ständen. "Was die zeigen, ist sehr gut", ergänzt Saskia. Die beiden haben sich zwar bereits für einen Pflegeberuf entschieden - finden aber, dass man auf der Westeifelschau eine gute Orientierung geboten bekomme. Dass der Ausbildungstag Früchte tragen kann, das weiß Herbert Zahnen, der Vorsitzende des ausrichtenden Gewerbevereins Arzfeld und Umgebung, aus eigener Erfahrung: "Es hängt sehr stark davon ab, wie sie von der Schule vorbereitet wurden." Vorbildlich sei da die Realschule plus in Neuerburg. Ergebnis: "Wir hatten in diesem Jahr erstmals ausreichende und gute Bewerbungen." Sechs Lehrlinge stellte Zahnen ein, drei davon aus der gleichen Neuerburger Klasse.

Stärkster Andrang am Sonntag


"Gut, dass die Schulen das unterstützen", sagt Dirk Kleis, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft MEHR (Mosel-Eifel-Hunsrück-Region), die mit 19 Betrieben in Arzfeld vertreten ist. Zufrieden sei man immer, wenn ein ernsthaftes Interesse bei den Jugendlichen zu spüren sei.
Und wie zufrieden ist man in Arzfeld mit der elften Westeifelschau? Vor allem der Sonntag brachte mit mehr als 4000 Besuchern einen großen Andrang: "Da waren sehr viele megabegeistert", sagt Zahnen. "Nicht nur, dass viele Leute da waren. Sie waren auch sehr interessiert."
Exakte Besucherzahlen können die Arzfelder kaum ermitteln - Kinder bis 14 Jahren hatten freien Eintritt, am Montag kamen alle kostenlos aufs Gelände.
Egal: "Ich bin hier vielen sehr zufriedenen Menschen begegnet", sagt Andreas Kruppert, Schirmherr der Schau und Bürgermeister der Verbandsgemeinde Arzfeld.
Eine Initiative, vorgestellt von Herbert Zahnen, weist dabei in die Zukunft: Die Arbeitgeber-Marke Eifel (der TV berichtete). Damit sollen die Eifeler Betriebe gemeinsam mit der gesamten Region ihre Stärken zeigen, um Lehrlinge und Fachkräfte halten, überregional um sie werben und sie zum Bleiben oder Herkommen überreden: Dazu wolle man, sagt Herbert Zahnen, auch Politik und Tourismus einspannen. "Dafür müssen nicht nur die Arbeitsbedingungen stimmen, sondern die gesamte Lebensqualität." Auch für ausländische Bewerber solle man sich dabei einsetzen, indem man etwa deren Integration gewährleistet. Die Initiative ist nun in der Welt und soll weiterentwickelt werden: "Da kommt erst der richtige Startschuss", sagt Kruppert. "Aber die Idee ist richtig."
Meinung
Mit Mut nach vorn

Kaum zu glauben: Die Jugendarbeitslosigkeit in der VG Arzfeld liege bei null, sagte Wolfram Laube von der Arbeitsagentur am ersten Messetag. Nicht nur in der näheren Umgebung spitze: In Spanien sucht fast die Hälfte aller Jugendlichen nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Auf der erfreulichen Quote ruht man sich aber nicht aus, sondern schaut nach vorn, um auch zukünftig gute Fachkräfte auszubilden und anzuwerben - Stichwort Arbeitgeber-Marke Eifel. Eine Initiative, der viele Unterstützer zu wünschen sind. fpl

 

 



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