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"Erdkunst" aus der Vogelperspektive

Der Eifeler Christian Credner, ehemaliger Kardiologe im Eifeler Ruhestand, zeigt erstmals eine Auswahl seiner mithilfe eines Flugdrachens aufgenommenen Luftbilder. Die Ausstellung im Landcafé Grube in Gesotz dauert von Samstag, 6. März, bis Sonntag, 25. April.

03.03.2010
Gesotz. (fpl) Von oben kann die Welt ganz anders wirken: Das zeigt die Ausstellung von Christian Credner aus Lambertsberg in Gesotz. Zu sehen sind darin Fotos von archäologischen Bodendenkmälern, von Maaren und Steinbrüchen, von Häusern und Burgen. Die etwas andere Perspektive liefert überraschende Ergebnisse: "Man kann vor der Haustür auf Entdeckungsreise gehen und sieht Bekanntes mit völlig anderen Augen", sagt Credner.
 
Nicht selten entsteht dabei das, was er als "Geo Art" bezeichnet und mit "Erdkunst" übersetzt. Diese sei nicht zu verwechseln mit "Land Art", bei der Künstler die Erdoberfläche verändern, indem sie graben oder aufschichten, etwas wegnehmen oder hinzufügen. Credner greift nicht in die Landschaft ein, aber er zeigt seine Motive aus ungewohnter Perspektive und oft in ungewöhnlichen Ausschnitten.
 
Schon während seiner Berufsjahre als Kardiologe in Mönchengladbach war Credner nebenher auch künstlerisch tätig. Das ging auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand und dem Umzug nach Lambertsberg weiter: So hat er bislang mehr als ein Dutzend Gemeindewappen im Eifelkreis Bitburg-Prüm gestaltet (der TV berichtete). Und er fotografiert - Christian Credner betreibt seit sieben Jahren Luftbildarchäologie - indem er einen Drachen mit eingebauter Kamera steigen lässt: "Anlass war eine zufällig entdeckte römische Siedlungsstelle, von der ich unbedingt mehr erfahren wollte", sagt er. Mittlerweile geht manche wissenschaftliche Grabung auf Credners fotografische Vorarbeit zurück , zum Beispiel beim Hofareal der Villa Otrang.
 
Fast alle Luftbilder wurden von Kameras geschossen, die er in einem sogenannten Flügelkastendrachen montiert. Sobald der Drachen aufgestiegen ist, löst Credner die Kamera per Funksignal aus - oder durch eine Intervallfunktion, bei der in vorher festgelegten Abständen Bilder aufgenommen werden. Dabei behält der Fotograf die Kontrolle, denn das Sucherbild der Kamera wird auf einen Monitor am Boden gesendet.
 
Die Eröffnung ist am Samstag, 6. März, 15 Uhr, unter anderem mit einem Auftritt der Kabarettisten Jupp Hammerschmidt und Hubert vom Venn. Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag, Feier- und Ferientage von 14 Uhr bis 19 Uhr, und nach Absprache mit dem Café Grube in Gesotz, Telefon 06554/495.