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Gefährliche Kräutermischungen

Drogen aus dem Internet: Amtsgericht Prüm verurteilt 24-Jährigen zu einer Geldstrafe

(Prüm) Legal oder illegal? Im Internet wuchert in der Handel mit immer neuen Kräutermischungen, so genannten "Legal Highs". Dass diese aber eben nicht immer legal sind, musste jetzt ein 24 Jahre alter Mann aus dem Altkreis Prüm erfahren.

19.08.2011
Christian Brunker
Prüm. Sie haben Namen wie "Bonsai-Winterboost", "Manga Extreme" oder "Green Cat": Die Rede ist von Kräutermischungen, die als angebliche legale Rauschmittel vornehmlich über das Internet vertrieben werden (siehe Extra).
Doch dass der Erwerb nicht immer erlaubt ist, musste jetzt ein 24 Jahre alter Mann aus dem Altkreis Prüm erfahren. Er hatte sich im Internet 19 Gramm dieser Kräutermischungen bestellt und dafür rund 150 Euro bezahlt. Wegen des fahrlässigen Erwerbs von Betäubungsmitteln musste er sich nun vor dem Amtsgericht Prüm verantworten. "Ich habe das im Internet gesehen und mir war nicht bewusst, dass das eine Straftat ist", sagte der Angeklagte vor Gericht. Er habe bereits eine Zeit lang gekifft, und sei auf der Suche nach einem legalen Rauschmittel gewesen.
Staatsanwalt Jörn Patzak: "Dieses Zeug ist saugefährlich. Auch weil man nie weiß, was genau drin ist." Der Aussage des Angeklagten, dass er nicht gewusst habe, dass sie verboten sind, will Patzak nicht so recht glauben. In den einschlägigen Internet-Foren werde deutlich, dass diese Kräutermischungen eben nicht rechtlich einwandfrei seien.
Das sieht der Vorsitzende Richter am Amtsgericht, Franz-Josef Triendl, ähnlich: "Sie haben Drogen bestellt und wollten Drogen bekommen." Außerdem wäre es ja seltsam, wenn Stoffe, die wie illegale Drogen wirken, auf einmal legal wären. "Sie waren ein bisschen blauäugig."
"Sie sind kein Schwerkrimineller, aber sie hatten Pech", sagt Patzak. Er sei ein gutes Beispiel, um andere Jugendliche vor den Gefahren der Kräutermischungen zu warnen und sie dazu zu bringen, die Finger von dem Zeug zu lassen. In seinem Urteil folgt Triendl dem Antrag des Staatsanwalts und verhängt eine Geldstrafe in Höhe von 300 Euro. Das Urteil ist rechtskräftig.
Legal Highs sind Kräutermischungen (Spice) oder synthetische Designer-Produkte, die vom Gesetzgeber (noch) nicht verboten wurden. Werden diese wie Spice verboten, ändern die Hersteller kurzerhand die chemische Zusammensetzung und Namen des Produkts. Damit bleiben die Nachfolgeprodukte legal. Weil man aber nie genau weiß, welche Inhaltsstoffe in den Mischungen drin sind, besteht immer die Gefahr, dass man illegale Substanzen erwirbt und sich damit strafbar macht. Die Produkte enthalten Betäubungsmittel oder ähnlich wie Drogen wirkende chemische Stoffe, die auf den Verpackungen nicht aufgelistet sind. Die Konsumenten von Legal-High-Produkten riskieren Kreislaufversagen, Psychosen, Muskelzerfall bis hin zu Nierenversagen. zad