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Große Landschaften in Mini-Museum in Welchenhausen

(Lützkampen-Welchenhausen) Von einem ungewöhnlichen Ausstellungsort in den nächsten: Üblicherweise sind Werke des Fotografen, der das Pseudonym Émwe trägt, nur im Internet zu sehen. Jetzt stellt er in der Arte-Halle in Welchenhausen aus.
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Lützkampen-Welchenhausen. Eine große Idee im kleinen Welchenhausen, einem Dorf mit gut 30 Einwohnern. Seit zehn Jahren wird in einer kleinen Buswartehalle in Welchenhausen, einem Ortsteil von Lützkampen, auf kleinstem Raum Kunst präsentiert. Mehr als 50 Ausstellungen waren in dem womöglich kleinsten Museum der Welt bislang zu sehen. Diesmal werden in der Arte-Halle die Arbeiten des Internet-Künstlers Émwe ausgestellt. Gezeigt werden bis 30. März Kunst-Fotografien, meist schwarz-weiß. Die Darstellung großer Landschaften dominiert. Zu Fotos von der schottischen Bergwelt und niederrheinischer Braunkohlegruben gesellen sich Motive aus der Eifel: die Höckerlinien des Westwalls.
Alle Werke sprechen laut Pressemitteilung vom Gegensatz zwischen Mensch und Natur und der Verletzlichkeit der Erde. Neben den Bildern, die Relikte von Kriegen zitieren, weisen auch andere auf Gewalt und Zerstörung hin, die der Natur angetan werden. Der Titel "In Deep Silence" - auf deutsch: "In tiefem Schweigen" - ist Leitthema und Programm der Ausstellung. Mit "indeepsilence" signiert der Fotograf seine Arbeiten.
Er tritt in der Regel nur mit seinen Internet-Web-Seiten an die Öffentlichkeit. Denn Émwe will anonym bleiben. Seine Digital-Fotografien sind aufwendig bearbeitet: Farben werden reduziert, die Fotos tragen Alterungsspuren.
Das Museum ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr geöffnet und liegt mitten im Ort. Der Eintritt ist frei. red


indeepsilence.com
Extra
Viele Künstler nutzen das Internet für die Präsentation ihrer Arbeiten, manche ausschließlich. Websites und -blogs haben sich zu "virtuellen Museen" entwickelt. Deren Besucher sind Internet-Surfer, die zufällig auf Kunstwerke stoßen oder die sich gezielt auf die Suche begeben. Nicht alles ist hochkarätig. Fachlich solide Kritik kennt die Internet-Kunst nach Angaben des Museumsvereins Artehalle nicht. red

 


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