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Hoher Schaden durch Schmierereien

(Schönecken) Am Karnevalswochenende hat ein Unbekannter Wände und Hinweisschilder in Schönecken mit Farbe besprüht. Zunächst ging man von einer einmaligen Tat aus, doch in der Nacht zum Freitag schlug der Sprayer erneut zu.

06.03.2017
Frank Auffenberg
Schönecken Quasi über Nacht tauchten die Graffitis auf: An drei Stellen sprühte ein Unbekannter am Karnevalswochenende die Buchstabenkombination "MCP" an verschiedene Wände in Schönecken. Auch das Begrüßungsschild auf der Landstraße L 4 aus Richtung Gerolstein wurde beschmiert.
Mitten im Flecken kam es noch dicker: Quer über eine Wand am Kirmesplatz verewigte sich der Sprayer mit dem Satz "Job’s die wir hassen für Zeug das mir nicht brauchen" - verziert mit einem Peace-Zeichen, ein falsch gesetzter Apostroph inklusive. In der Nacht zum Freitag schlug der Schmierfink erneut zu - diesmal wurde das Begrüßungsschild aus Richtung Prüm "verziert".
Ortsbürgermeister Matthias Antony: "Ich ärgere mich schwarz darüber. Wir dachten erst, dass es ein einmaliger Fall war - Übermut im Karneval. Nachdem nun erneut die drei Buchstaben auftauchten, haben wir genug und müssen handeln." Mündlich sei die Polizeiinspektion Prüm bereits informiert, eine schriftliche Anzeige folge so schnell wie möglich.
"Toi, toi, toi - bisher hatten wir mit Vandalismus dieser Art fast nichts zu tun", sagt er. Bei einem Fall im Sommer 2014 sei der Spielplatz verwüstet worden (der TV berichtete): "Das war aber glücklicherweise ein einmaliger Vorfall." Der Ortsbürgermeister will den erneuten Ausbruch von Vandalismus nicht einfach hinnehmen. Besonders bringe ihn auf die Palme, dass der Unbekannte sich auf den Begrüßungsschildern verewigt hat: "Sie wurden im Rahmen des Bürgerwettbewerbs von der Handwerkergruppe hergestellt und aufgebaut. Sozial ist das die unterste Schublade. Dinge kaputtzumachen, die von Ehrenamtlern uneigennützig zum Wohl der Gemeinschaft gespendet wurden, ist im wahrsten Sinne des Wortes asozial." Allein der Schaden an den Schildern betrage mehr als 1000 Euro.
Antony hofft, dass die Dorfgemeinschaft empört ist und durch Aufmerksamkeit den Täter dingfest machen kann. "Jemand, der diese Buchstabenkombination benutzt, wird das nicht zum ersten Mal gemacht haben. Vielleicht hat er sie schon irgendwo in Bücher oder Schulhefte oder anderswo hingekritzelt. Jeder Hinweis ist für uns wichtig." Er habe schon recherchiert, was "MCP" bedeuten könne: "Meine Schüler gaben mir den Hinweis, dass es etwas mit einem Computerspiel zu tun haben könnte, das wiederum spricht aber eher sehr junge Leute an."
Vermutlich wiesen Anthonys Schüler, hauptberuflich arbeitet der Ortsbürgermeister als Lehrer, auf das beliebte Spiel Minecraft hin - ob aber tatsächlich ein Zusammenhang besteht, ist ungewiss. "MCP" taucht in der weltweiten Graffitiszene zwar nicht sehr oft, aber durchaus dann und wann seit Jahrzehnten immer mal wieder auf.
Handfester zuzuordnen ist der Spruch am Kirmesplatz. Er zitiert frei, aber ziemlich deutlich die Hauptperson des Films "Fight Club". Dort sagt die von meist männlichen Fans kultisch verehrte Hauptperson Tyler Durden: "Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen dann Jobs, die wir hassen und kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen."
Antonys Eindruck, dass in der Verbandsgemeinde Prüm Graffitis bisher ein untergeordnetes Problem darstellen, wird von der Polizeiinspektion Prüm bestätigt. "Wir hatten bisher keine großen Probleme mit Sprayern", sagt Rainer Kockelmann.
Hinweise zum Täter nimmt der Ortsbürgermeister unter seiner Dienstnummer 06559/875983 oder per E-Mail an info@schönecken.de entgegen. Er weist darauf hin, dass sie auch vertraulich angenommen werden.
GRAFFITI SPRüHEN IST KEIN KAVALIERSDELIKT
 
Extra
Sprayer können in Deutschland auf Schadensersatz verklagt werden. Das Entfernen von Graffitis ist oft mit hohen Kosten verbunden. Die Verjährung des Anspruchs kann auch bei momentan zahlungsunfähigen Verursachern bis zu fünf Jahre betragen. Strafrechtlich werden Graffiti als Sachbeschädigung verfolgt, die auch mit einer Freiheitsstrafe sanktioniert werden kann.