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Kylltalradweg: Lückenschluss in Sicht

Auf deutscher und belgischer Seite laufen Arbeiten weiter, im August ist die Grenze erreicht

(Jünkerath/Losheim) Die Fahrradfreunde dürfte es freuen: Der von vielen erwartete Lückenschluss zwischen der belgischen Vennbahn und dem Kylltalradweg, der gerade auf deutscher Seite fertiggebaut wird, rückt näher.

01.07.2014
Fritz-Peter Linden
Jünkerath/Losheim. Bald ist auch auf dem Radweg die Grenze zwischen Belgien und Deutschland keine mehr - dann sind Vennbahn und Kylltalradweg miteinander verbunden. Von deutscher Seite ist die Trasse auf einem Teilabschnitt bereits in Richtung des Grenzübergangs bei Losheimergraben fertig, in Kürze entsteht das Stück zwischen Hallschlag, Stadtkyll und Jünkerath (der TV berichtete).
Harald Enders, Leiter des Landesbetriebs Mobilität (LBM) in Gerolstein, teilt mit, dass alle Brücken zwischen Jünkerath und Losheim in Arbeit seien, für den noch fehlenden Abschnitt der Fahrbahn seien die Aufträge vergeben.
Laut Plan werde man damit schon früh im kommenden Jahr fertig sein - "wenn es perfekt läuft, Ende dieses Jahres. Wir haben die Hoffnung, möglichst viel von der nächsten Saison mit dem Radweg nutzen zu können."
Aber auch in Belgien geht es nun zügig auf dem dortigen Abschnitt der Vennbahn weiter: "Nur noch wenige Arbeitsschritte stehen bis zur endgültigen Fertigstellung Ende August 2014 aus", teilt die ostbelgische Tourismusagentur mit.
Die Vennbahn, 125 Kilometer lang, verläuft zwischen Aachen und dem luxemburgischen Troisvierges durch drei Länder - auf der Bahntrasse, die Ende des 19. Jahrhunderts unter Kaiser Wilhelm I. gebaut wurde.
Zurzeit laufen Arbeiten bei Bütgenbach, ein weiterer noch ausstehender Abschnitt zwischen Buchholz und Losheimergraben folgt bis Ende Juni. Von Ende August an soll das gesamte Teilstück Weywertz-Losheimergraben befahrbahr sein. Beim Streckenabschnitt auf belgischer Seite handelt es sich um einen ehemaligen Seitenarm der Vennbahn, der über Bütgenbach und Büllingen in Richtung Deutschland verläuft. In Losheimergraben besteht dann direkt Anschluss an den Kylltalradweg.
Harald Enders: "Das heißt, dass wir dann von Aachen bis ins Kylltal über eine Trasse verfügen. Das ist eine Riesenchance für die Eifel."
Gerade die Vennbahn, mehrfach ausgezeichnet, sei ein "absoluter Magnet". Auf dem Kylltalradweg, über den man bis nach Trier-Ehrang fahren kann, verzeichnet man jährlich etwa 24 000 Besucher. "Aber das ist noch steigerungsfähig", sagt Enders. Der Maare-Mosel-Radweg werde von jährlich 57 000 Radlern befahren, der Eifel-Ardennen-Radweg von 54 000. Aber nicht nur aus Richtung Aachen und Belgien sollen die Gäste kommen: "Die Trierer können über den Kylltalradweg auch die Vennbahn bevölkern. Hauptsache, sie fahren durch die Eifel."
Extra
Der Kylltalradweg besteht schon seit vielen Jahren - führte aber im Oberen Kylltal bisher nicht über die ehemalige Bahntrasse, sondern abschnittsweise sogar über die Bundesstraße 421, was die Fahrt für Radler gefährlich machte. Im Jahr 2006 kauften die beiden Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz die Strecke von der Deutschen Bahn. Der Kreis Euskirchen (Anteil: 7,5 Kilometer auf den Abschnitten bei Kronenburg und Losheim) übernimmt den Bau der Fahrbahn, während der Landesbetrieb Mobilität (LBM) in Gerolstein die Sanierung oder Erneuerung der 29 Brücken verantwortet. Die Gesamtkosten betragen vier Millionen Euro. So wird es bald vom Kylltal aus eine weitere Verbindung nach Belgien geben - neben dem Eifel-Ardennen-Radweg, der über Prüm und Bleialf nach St. Vith verläuft. Auf dem Kylltalradweg soll man später hinter der Grenze bis nach Trois-Ponts gelangen, sobald auch auf belgischer Seite die letzten Lücken geschlossen sind. fpl

 

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