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Radweg von Jünkerath nach Losheim: Verhandlungen verzögern Bau

(Prüm/Jünkerath/St. Vith) In diesem Jahr wird es nichts mehr mit dem Bau des Radwegs zwischen Jünkerath und Losheim. Während die Trasse auf rheinland-pfälzischem Grund schon dem Bund gehört, wird über die Flächen in Nordrhein-Westfalen noch verhandelt.

14.08.2012
Stefanie Glandien und Christian Brunker
 Deutlich bessere Nachrichten gibt es aus Ostbelgien: Dort ist der Radweg von der Grenze bis nach St. Vith nun asphaltiert. Die Bahnstrecke zwischen Jünkerath und Losheim (Nordrhein-Westfalen) ist schon seit 2003 stillgelegt. Seitdem wächst Gras über die Gleise. Und es scheint auch beinahe so, als würde es über die Pläne wachsen, die ehemalige Trasse in einen Radweg umzuwandeln. Dem Eindruck widerspricht Oliver Arimond, verantwortlicher Projektleiter beim Landesbetrieb Mobilität in Gerolstein: „Der Grundstückserwerb auf nordrhein-westfälischer Seite gestaltet sich äußerst schwierig, aber wir sind auf einem guten Weg.“ So hoffe er, dass die Verhandlungen noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
Auf rheinland-pfälzischer Seite gehört die Trasse schon dem Bund, der die Kosten für den Radweg übernehmen würde. „Wir hoffen, dass wir 2013 Baurecht bekommen“, sagt Arimond. Zuvor müssen unter anderem noch die Träger öffentlicher Belange gehört werden. Und die Landespflege muss noch die Auflagen klar definieren. Doch selbst wenn diese Punkte erledigt sind, ist noch die Finanzierung offen.

„Wir wissen nicht, wann es Geld für den Ausbau gibt“, sagt Arimond. Es könne schnell gehen, es könne aber auch noch dauern. Ein gutes Ende haben unterdessen die Arbeiten am Eifel-Ardennen-Radweg gefunden: Für 383.000 Euro ist der Abschnitt zwischen der Grenze bei Steinebrück und St. Vith in den vergangenen Wochen mit einer Asphaltdecke versehen worden. Zuvor war der Weg in diesem Bereich nur geschottert. Außerdem wurden Kreuzungsbereiche abgesichert, damit sich Auto- und Radfahrer nicht in die Quere kommen. Nur noch Restarbeiten an den Seitenstreifen sind zu erledigen. Außerdem soll der Tunnel in Lommersweiler beleuchtet werden. „Ich freue mich sehr darüber“, sagt Georg Sternitzke, Leiter der Tourist-Information Prümer Land. „Jetzt haben wir endlich die gute Verbindung in diese Richtung.“ Über 37 Kilometer verbindet der Eifel-Ardennen-Radweg nun Prüm mit dem ostbelgischen St. Vith. Da er nahezu vollständig auf der ehemaligen Bahntrasse verläuft, weist der Weg nur geringe Steigungen aus.

Sternitzke erhofft sich nun einen weiteren Schub für den Radlerbus, der an Wochenenden und Feiertagen die beiden Endpunkte Prüm und St. Vith verbindet und es Radfahrern ermöglicht nur eine Strecke zu fahren.
Darüber hinaus bietet der neue Radweg weitere Möglichkeiten: Denn in St. Vith besteht der Anschluss an das ostbelgische Radwegenetz und die teils im Bau befindliche, teils geplante Vennbahntrasse, die Aachen mit Luxemburg verbinden soll (der TV berichtete). Nach optimistischen Schätzungen soll das europäische Radwegprojekt im Sommer 2013 fertiggestellt werden.
EXTRA
Die Radweg-Verbindung zwischen Prüm und Gerolstein macht unterdessen keine Fortschritte. Dort planen die Verbandsgemeinde Prüm und die Stadt Gerolstein als Besitzer der Strecke seit Jahren einen Radweg, der Kyll- und Prümtal miteinander verbindet. Doch die Rhein-Sieg-Eisenbahn (RSE), die die Strecke reaktivieren und betreiben möchte, klagte gegen das rheinland-pfälzische Verkehrsministerium. Das Ministerium hatte den Antrag der RSE für eine Betriebserlaubnis auf der Strecke abgelehnt. Am Mittwoch wird die Sache vor dem Verwaltungsgericht Mainz verhandelt. sn