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Schmuckstück in der Eifeltoskana - Neuer Abschnitt des Kyllradwegs ist eröffnet

Grenzenloser Pedalspaß: Neuer Abschnitt des Kyllradwegs ist eröffnet

(Jünkerath-Glaadt) Sieben Jahre nach den ersten Planungsgesprächen ist der Kyllradweg zwischen Jünkerath-Glaadt und der Grenze zu Belgien komplett auf die alte Bahntrasse verlegt. Gestern wurde die Strecke feierlich eingeweiht. Dossier zum Thema: Topthemen

03.05.2015
Fritz-Peter Linden
Der Kyllradweg führt nun auch im gesamten Oberen Kylltal über die alte Bahntrasse - und lockte zur Eröffnung am Sonntag bereits viele Radfahrer, Skater und Spaziergänger auf die Piste.
Und weil das ein so "besonderer Tag", sei, wie die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde Obere Kyll, Diane Schmitz, sagte, durften etliche Politiker das Wort ergreifen, zum Beispiel der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Michael Groschek. Der freute sich unter anderem darüber, dass die Eifel sich vom früheren "Preußisch Sibirien" längst zur "eigentlichen Toskana" gewandelt habe.
Dafür sei nicht zuletzt dem Bund zu danken, der ordentlich Geld für den Streckenbau genehmigte: 5,5 Millionen Euro. Allerdings, fand Groschek, habe die Bundesregierung ebenfalls Grund zur Freude: Denn die Eifeler blieben brav im Zeit- und Kostenrahmen - ganz anders als dies bei gewissen Flughafenprojekten der Fall sei. Den Bau der Strecke, die drei Mal die Ländergrenze überquert, teilten sich Rheinland-Pfälzer und Nordrhein-Westfalen (der TV berichtete). Und das klappte prächtig: Grenzenlos gut, das gelte auch für die Zusammenarbeit, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Günter Rosenke. "Lasst uns das so weitermachen", appellierte er an alle Beteiligten.
Andreas Wisniewski, Geschäftsführer der Tourist-Information Oberes Kylltal, verweist auf die jährlich 24 000 Benutzer, die bereits zu Zeiten gezählt wurden, als der Radweg noch über die B 421 verlief. "Ich könnte mir vorstellen, dass wir das verdoppeln." Er verzeichnet jedenfalls "Resonanz ohne Ende" seit Bekanntwerden des Projekts.
Und wie ist die Resonanz beim Fahrradfahrer? Remi Kok steuert gerade den Radweg-Rastplatz am Ortsrand von Stadtkyll an, hinten auf dem Tandem sitzt Tochter Mare (9 Jahre): Kok stammt aus den Niederlanden, arbeitet auch noch dort, lebt aber seit vier Jahren mit seiner Familie in Baasem. "Toll - super", sagt er. Der Abschnitt habe nur wenige Steigungen und sei einer der Schönsten rundum. Er kann das beurteilen, denn mit dem Baasemer Fahrradclub ist er bereits viele Bahntrassen-Radwege abgefahren.
Am Eröffnungssonntag - siehe Grenzüberschreitung - sind auch die Belgier mit unter den Feiernden, schließlich hat der Radler im Westen Anbindung an die Vennbahn - und im Osten, sagt Harald Enders, Chef des Landesbetriebs Mobilität, bis an den Rhein bei Remagen. Und das auf einer Strecke, sagt Staatssekretärin Heike Raab in Vertretung von Innenminister Roger Lewentz, die vor gut 100 Jahren zur Kriegsvorbereitung gebaut worden sei. Mit der Eröffnung, sagt Isabelle Weykmans, Ministerin der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens, sei eine wichtige Etappe absolviert. "Aber damit wir erfolgreich bleiben, muss die Qualität stimmen bei der Infrastruktur: Es gelte nun, "immer wieder etwas Neues anzubieten" - und das gemeinsam zu vermarkten.