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Schönecker Brücke erhält Auszeichnung

Holzbaupreis: Jury lobt vier Projekte aus der Region

(Nettersheim/Schönecken) Beim dritten Holzbaupreis des Holzkompetenzzentrums Rheinland und der Gemeinde Nettersheim können Architekten aus der Region überzeugen. Ausgezeichnet wurde unter anderem die Holzbrücke in Schönecken.

29.11.2016
Nettersheim/Schönecken. Bereits zum dritten Mal wurde in Nettersheim der Holzbaupreis Eifel vergeben. Eine Jury aus Architekten und Wirtschaftsförderung hat vier Projekte aus der Region ausgezeichnet. Zwei Bauwerke sind aus Luxemburg und zwei aus Rheinland-Pfalz. Darüber hinaus wurden sechs Anerkennungen vergeben.
Die Verwendung des Werkstoffes Holz zu fördern, ist die offizielle Aufgabe des Holzkompetenzzentrums in Nettersheim, das vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW unterhalten wird. Eine wesentliche Komponente ist dabei der Holzbau, der in NRW mit 10,6 Prozent der errichteten Wohngebäude zwischen 2010 und 2012 wesentlich niedriger liegt als in Rheinland-Pfalz mit 22,6 Prozent. Eine wesentliche Ursache dafür ist die rigide Bauordnung in NRW, führte Hubert Kaiser, Leiter das Landesbetriebes aus. Zum Beispiel sei eine Bauweise mit mehr als zwei Geschossen hier untersagt. Allerdings sei eine Novellierung der Landesbauordnung für das Frühjahr vorgesehen, hier seien wesentliche Fortschritte zu erkennen, führte Kaiser aus.
Aus den Händen von Nettersheims Bürgermeister Wilfried Pracht und Horst-Karl Dengel, Leiter des Regionalforstamtes, nahmen die Preisträger zumindest die Glückwünsche entgegen.

Spannende Diskussion


Erst am Abend vorher hatte die Jury bis tief in die Nacht getagt, so dass die Urkunden nicht rechtzeitig fertig geworden seien, sagte Dengel in seiner Begrüßung. "Es waren gerade in der Zusammensetzung der Jury spannende Diskussionen", verriet der Vorsitzende der Jury, Joachim Seinecke, der die Preisträger vorstellte. Besonders hob er die Brücke in Schönecken hervor, bei der Rundholzelemente mit Polymerbetonelementen kombiniert worden waren. "Das ist eine innovative Bauweise, die ich mir in Zukunft noch öfter vorstellen kann", zeigte er sich begeistert. Dipl.-Ingenier Peter Floss aus Schönecken hatte mit seinem Team das Projekt selbst initiiert und auch für die Finanzierung gesorgt, wie er bei der Preisvergabe verriet. Die Idee sei gewesen, die Verwendung von Douglasien-Rundholz zu demonstrieren, aber die Wertschöpfung des Projektes in der Region zu belassen.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Einhaus des Lutzerather Architekten Peter Thomé. Dieser hatte das Vorbild des Eifeler Einhauses neu interpretiert und eine vielseitig nutzbare Konzeption vorgelegt. Dabei wurden nicht nur Materialien aus dem gemeindeeigenen Forst verwendet, sondern auch Materialien aus dem Abbruch eines Hauses wiederverwendet.
Darüber hinaus wurden das im letzten Jahr fertig gewordene Gebäude der Forstverwaltung in Diekirch, Luxemburg und das Biodiversum in Haff Remich, einem Vogelschutzgebiet in Luxemburg, ausgezeichnet. Sechs Anerkennungen gingen außerdem an die Wohnanlage "Enercase II" in Trier, das Gästehaus Kronenburg, Beschcrèche Betzdorf, Roodt-Syre, Luxembourg, das Hotel Sleepwood, Eupen, Belgien, das Pfadfinderhaus Les Aigles, Rollingergrund, Luxembourg sowie den Feldhof in Bachem, Frechen. sev