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Starke Dörfer machen es der Jury schwer

(Pronsfeld/Waxweiler) Letzte Runde: Die Kommission des Dorfwettbewerbs war in Pronsfeld und Waxweiler unterwegs.

16.05.2017
Frank Auffenberg
Pronsfeld/Waxweiler Noch einmal Kräfte sammeln, es ist fast geschafft - die Jury des Wettbewerbs "Unser Dorf hat Zukunft" (TV vom Samstag) hat gestern mit Pronsfeld und Waxweiler im aktuellen Durchgang zum letzten Mal den Altkreis Prüm besucht. Heute geht es noch in den Bitburger Stadtteil Mötsch, und dann wird solange beraten, bis die fünfköpfige Kommission einen Sieger bestimmt hat. "Das finale Ergebnis wird am Mittwoch bekannt gegeben", sagt Juryleiter Helmut Fink. Sechs Stunden volle Konzentration liegen da bereits hinter ihm und seinen Mitstreitern, Grund zum Murren gibt es aber nicht, der Tag gestaltet sich durchaus facettenreich.
Zu Fuß und im historischen Feuerwehr-Bully, einem weit gereisten Volkswagen-Kleinbus, geht es zunächst durch Pronsfeld - eine knallrote, rollende Charmeoffensive. "Das Fahrzeug ist von 1965 und war bis vor wenigen Jahren noch im Einsatz. Als es nicht mehr gebraucht wurde, wollten wir uns aber nicht davon trennen", sagt Ortsbürgermeister Harald Urfels. Kurzerhand habe man aus den Reihen der freiwilligen Feuerwehr einen Bully-Verein gegründet, der das alte Schätzchen heute pflege und nutze. "Das ist mal wirklich etwas anderes", sagt Kreisdenkmalpfleger Detlef Kleintitschen.
"Pronsfeld kann an vielen Stellen punkten, Sie haben ein Gefühl für Ästhetik", lobt die freie Architektin Marie-Luise Niewodniczanska nach der Ortsbegehung. Besonders angetan hat es ihr aber eins: "Ihr Friedhof ist wirklich wunderschön. Etwas keck hat man sich wohl einst über die ersten Satzungen hinweggesetzt und kann nun mit einer herrlichen Anlage punkten."
Während in Pronsfeld der Blick noch stark auf gestalterische Details gelegt wird, kann die Jury in Waxweiler andere Kriterien genauer unter die Lupe nehmen. "Weil wir 2012 zu den Gewinnern gehörten, dürfen wir jetzt nur in der Sonderklasse antreten", sagt Dorfchef Manfred Groben. Waxweiler muss das Kräftemessen unter dem Gesichtspunkt "Innenentwicklung" nicht scheuen, wie sich zeigt - eher im Gegenteil. Besonders das vielseitige Gewerbe wird hervorgehoben. Eine Betriebsbesichtigung beim Klima- und Räuchertechniker "Autotherm", ein Rundgang durch das kleine Seniorenhaus "Alte Schule" und eine Stippvisite beim Campingpark Eifel sorgen für zufriedene Jurygesichter.
"Waxweiler hat sich in den vergangenen Jahren weiter gut entwickelt", lobt Marie-Luise Niewodniczanska nach dem Besuch des neu gestalteten Kindergartens. Eine Prognose, wer im Moment die Nase vorn hat, wagt Fink nicht: "Wir werden uns wohl lange beraten müssen, alle Teilnehmer haben einiges zu bieten."