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Unbekannte brechen in Prümer Tankstelle ein: Polizisten stoppen Fluchtwagen und sichern Beute

(Prüm) Unbekannte sind in der Nacht zum Dienstag in die Tankstelle in der Prümer Ritzstraße eingebrochen. Sie entkamen – mussten aber ihren Wagen stehen lassen, nachdem sie in eine Polizeikontrolle geraten waren.

02.02.2016
Fritz-Peter Linden
„Ich hab nichts gemerkt“, sagt Jürgen Knie. Seit vielen Jahren arbeitet er in der Total-Tankstelle von Familie Jary in der Prümer Ritzstraße, wohnt sogar gegenüber und passt immer auf, wenn sich Verdächtiges ereignet. Aber den Einbruch in der Nacht hat er nicht mitbekommen.

Vielleicht ja, weil die Täter die Alarmanlage ausschalteten. Offenbar hatten sie es ausschließlich auf das Regal mit den Zigaretten abgesehen – es ist komplett leergeräumt. Jürgen Knie erinnert sich an einen ähnlichen Einbruch vor vielen Jahren, damals nahmen die Täter vor allem Zigarettenstangen mit – deshalb packt er die frischen Lieferungen meist schnell aus, „dann haben die Probleme beim Wegschleppen“. Den Tätern aus der Nacht auf Dienstag machte dieses Hindernis aber offenbar nichts aus. Sie packten Hunderte Schachteln ein, hinterließen ein leeres Regal und, wie Alwine Jary sagt, etliche Schäden am Gebäude – unter anderem am Tor zur Waschanlage. Und die Eingangstür zum Kassenraum werde wohl erneuert werden müssen.

Mehr ist zunächst nicht zu erfahren, während die Ermittler von der Kriminalinspektion Wittlich alle Spuren am Tatort dokumentieren und Ralf Jary befragen. Dabei stellt sich recht früh heraus: Die Beute scheint zumindest wieder aufgetaucht. Denn die Einbrecher fielen offenbar kurz nach der Tat einer Polizeistreife aus Prüm auf, weil sie einen anderen Wagen auf der B51 in Richtung Stadtkyll, und zwar in Höhe von Reuth, unerlaubt überholt hatten, wie Inspektions-Chef Christoph Cremer gegenüber dem TV bestätigt: Das sei gegen 2.50 Uhr gewesen. Die Prümer Beamten überholten den Fluchtwagen und setzten sich davor. Der oder die Täter bremsten, stoppten, stiegen aus und türmten.

Die Beamten, sagt Cremer, „haben dann im Auto eine große Menge an Zigaretten festgestellt.“ Möglicherweise habe in dem Audi nur ein Verdächtiger gesessen, sagt Cremer, denn auch der Beifahrersitz sei ziemlich voll beladen gewesen. Man könne aber nicht ausschließen, dass die Täter mit zwei Autos unterwegs gewesen seien. Die Polizei leitete sofort eine Suche ein, an der auch Bundesbeamte, Nachbarinspektionen und ein Hubschrauber beteiligt waren.

Allerdings verlief die Suche bisher erfolglos. Alwine Jary ist halbwegs erleichtert darüber, dass der Einbruch in der Nacht begangen wurde. Das Wichtigste: Niemandem ist etwas passiert. „Uns geht’s gut“, sagt sie am Mittag. „Das hilft ja alles nix.“

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