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Urwahl mit Urfels

Einer tritt an: Pronsfeld bestimmt am Sonntag seinen neuen Bürgermeister

(Pronsfeld) Nach dem Rücktritt von Monika Winkelmann Ende des vorigen Jahres braucht Pronsfeld einen neuen Gemeindechef: Am Sonntag stellt sich deshalb Harald Urfels dem Votum der Bürger.

09.03.2016
Fritz-Peter Linden
Pronsfeld. Ein bisschen haben sie schon suchen müssen in Pronsfeld, um einen möglichen Nachfolger für Monika Winkelmann aus dem Hut zu zaubern - die Gemeindechefin war nach sieben Jahren im Amt aus gesundheitliche Gründen zurückgetreten (der TV berichtete).
Aber nun ist doch einer gefunden: Harald Urfels hat sich bereit erklärt, für den Posten des Ortsbürgermeisters zu kandidieren - am Sonntag, wenn der neue Landtag gewählt wird, können die Pronsfelder also noch ein weiteres Kreuzchen machen.
Am liebsten natürlich bei "Ja", wenn es nach Harald Urfels geht: "Ich hoffe, dass ich gewählt werde", sagt der 44-Jährige. "Und will gucken, dass ich den Job gut mache." Das sei gar nicht so einfach, ergänzt er: "Monika Winkelmann hat sehr große Fußstapfen hinterlassen. Das wird schwer, die zu füllen."
Aber der verheiratete Vater von zwei Kindern will sich auch nicht drücken: Er sei von mehreren Gemeinderatsmitgliedern gefragt worden, ob er den Posten übernehmen wolle, habe anfangs auch gezögert - "im ersten Moment traut man sich’s nicht zu", bekennt er. "Aber dann habe ich mich doch dazu entschlossen, um einfach Verantwortung zu übernehmen für den Ort - und gesagt: Okay, dann mach ich’s."

Nicht allein auf weiter Flur


Mitglied im Rat ist er ohnehin schon, und er wird als Bürgermeister auch nicht ohne Unterstützer sein: Monika Winkelmann habe ihm ihre Hilfe zugesagt, das Gleiche gelte für die Beigeordneten und die übrigen Ratsmitglieder. Zudem habe die Ex-Bürgermeisterin ihn darauf hingewiesen, dass man auch bei der Verbandsgemeinde (VG) Prüm immer hilfreiche Ansprechpartner finde. "Das war dann auch so ein Punkt, wo ich mir gesagt habe: Ich hab hier Hilfe - und da ist mir die Entscheidung dann auch ein Stück weit leichter gefallen."
Was steht an im Dorf? All das, "was Frau Winkelmann leider nicht zu Ende machen konnte", sagt Urfels. Er unterstreicht noch einmal, wie schade es sei, dass sie habe aufhören müssen.
Größter Brocken: Die Dorferneuerung, Pronsfeld ist bekanntlich Schwerpunktgemeinde. Die Arbeitsgruppen haben sich schon mehrmals getroffen, es sei wichtig, sagt Urfels, "dass es da weitergeht". Auch da steht er nicht allein: Ansprechpartner für die Bürger bei der Dorferneuerung ist Ewald Dockendorf - und der war bis voriges Jahr Chef des VG-Bauamts. Der mögliche neue Bürgermeister hat also einiges an Kompetenz im Dorf, auf die er zurückgreifen kann.

Die Gemeinschaft zählt


Für Harald Urfels von ebenfalls großer Bedeutung: "Die Dorfgemeinschaft. Dass miteinander gesprochen wird." Urfels ist ohnehin in der Gemeinschaft aktiv: Er war viele Jahre im Musikverein, war Vorsitzender des Grundschul-Fördervereins und ist im Sportverein aktiv. Darüber hinaus hilft er seit Jahren beim "Lustigen Prümtal" mit und hat in seinem Heimatdorf als Gemeindearbeiter angepackt. Bei der Volksbank Eifel Mitte in Prüm ist Harald Urfels verantwortlich für die Haustechnik - ach was, das kann man auch deutlicher sagen: "Ich bin Hausmeister", stellt er klar.
Erfrischend bodenständig. Und nicht der einzige Grund, warum ihn der gesamte Rat unterstütze, sagt der erste Beigeordnete der Gemeinde, Rainer Glandien - und warum man das auch im Fall seiner Wahl tun werde: "Weil er ein engagierter junger Mann ist, der sich für die Gemeinde einsetzt. Und dafür sollte man ihn auch wählen."
Gewählt wird am Sonntag, 13. März, von 8 bis 18 Uhr, im Bürgerhaus von Pronsfeld.