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Zum Tod von Franz-Josef Faas trägt die Abteistadt Prüm Trauer

(Prüm) Franz-Josef Faas, Pädagoge, Heimatkundler und Museumsgründer, ist am Samstag in Trier im Alter von 94 Jahren gestorben. Er hat nicht nur das kulturelle Leben Prüms nachhaltig geprägt.

20.09.2017
Frank Auffenberg
Prüm Er war Sammler, Museumsgründer, Geschichtslehrer, engagierter Wandersmann und mit ganzem Herzen verliebt in seine Heimat: Im Alter von 94 Jahren ist am Samstag Franz-Josef Faas in Trier gestorben. Die Nachricht verbreitete sich in rasender Geschwindigkeit in der Abteistadt und im ganzen Prümer Land. "Vor sechs Jahren verabschiedeten wir ihn als Leiter des Museums Prüm, seine Verdienste und Spuren werden aber immer in der Abteistadt sichtbar bleiben", sagt Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Prüm.
Wie prägend Faas’ Fußabdrücke im gesellschaftlichen Leben Prüms tatsächlich sind, wird besonders bewusst beim Versuch, alle nachhaltigen Errungenschaften aufzulisten. Dabei ist der Aufbau, die Gründung und die Leitung des Museums nur seine offensichtlichste Leistung (siehe Info).
Die Anfänge des Museums reichen bis ins Jahr 1966 zurück, als Faas zum 950. Jubiläum der Verleihung des Marktrechts eine kleine Schau zusammenstellte. Einmal bei der Sache, sammelte er weiter, bis der Fundus schließlich so groß war, dass 1987 im damals noch neuen VG-Rathaus ein eigenes Museum eingerichtet wurde - bald sollte es stolze vier Etagen belegen. Erst 2011, fast 25 Jahre, nachdem Faas sich aus dem Schuldienst in den Ruhestand verabschiedet hatte, legte er aus gesundheitlichen Gründen die Leitung des von ihm begründeten Hauses nieder.
Jakob Weinand, pensionierter Erster Beigeordneter der Verbandsgemeinde Prüm und langjähriger Werksleiter, erinnert sich gut an die Aufbautage des Museums. "Franz-Josef Faas war im Prinzip mein direkter Nachbar auf dem Flur. Wir sahen uns täglich. Ich behalte ihn gerne als sehr warmherzigen und ziemlich hilfsbereiten Menschen in Erinnerung." Und auch aus Sicht als Geschäftsführers der Eifelvereins-Ortsgruppe Prüm sei Faas kaum genug zu loben. "Stolze 50 Jahre begleitete er den Eifelverein und brachte sich als Kulturwart und Wegeführer in die Arbeit ein." Wie prägend er auch für das Leben seiner Schüler gewesen sei, zeige unter anderem die Häufigkeit, mit der ehemalige Zöglinge im Museum vorbeischauten. "Das kam schon regelmäßig vor. Manche besuchten ihn einfach so, andere kamen, um Rat einzuholen, den sie auch bekamen."
Söhngen berichtet, dass er Faas zwar in erster Linie als Museumsleiter kennengelernt habe, er aber auch hier stets Pädagoge gewesen sei: "Auch das Museum sah er unter pädagogischen Gesichtspunkten. Er wollte den Menschen zeigen, was im Leben in und rund um Prüm früher wichtig war -er war stets eine Art Heimatlehrer." Die Liebe zur heimatlichen Geschichte war ein Steckenpferd, das schon in frühsten Berufsjahren Faas’ Arbeit mitprägte.
"Schon im Referendariat hatte er sich als ’begeisterter Heimatkundler’gezeigt, der seine Schülerinnen und Schüler begeisterte, weil er ihnen naheliegende Orte verständlich machen und Gegenstände des Alltagslebens vergangener Tage zum Sprechen bringen konnte", berichtet der heutige Schulleiter Albrecht Petri.
Bereits 1971 habe der damalige Rektor Hubert Trümpner über Faas geschrieben: "Ihm ist keine Arbeit zu viel." Dabei sei ein solcher Einsatz nicht nur eine Frage der Dienstauffassung gewesen, sondern der echten Hingabe an seinen Beruf sowie der Leidenschaft für die Geschichte des Regino-Gymnasiums und seines Standortes, der geschichtsträchtigen Stadt Prüm, schreibt Petri im bewegenden Nachruf der Schule.
Extra: EIN BEWEGTES LEBEN IN STICHPUNKTEN

(fpl) Franz-Josef Faas: geboren 1922 in Waxweiler, Besuch der dortigen Volksschule, dann Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Trier, nach Krieg und Gefangenschaft studiert Faas Deutsch, Geschichte und Erdkunde an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz. Nach dem Staatsexamen kommt er im April 1954 ans Regino-Gymnasium Prüm, wo er viele Jahre stellvertretender Schulleiter ist. 1966 beginnt er mit dem Aufbau der heutigen Sammlung des Museums Prüm. Zum 950. Jubiläum der Verleihung des Marktrechts zeigt er im Rathaus eine kleine Sammlung, die schließlich auf mehr als 12000 Exponate anwächst. 1987 geht er als Lehrer in den Ruhestand. 2011 geht der Gründer und Leiter des Museums auch hier in den Ruhestand. Ehrungen: Bundesverdienstkreuz (1975), Ehrenbürger der Stadt Prüm (1988), Landesverdienstorden (1988), Goldene Verdienstnadel des Eifelvereins (2003).