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Sparmaßnahmen in Luxemburg treffen Pendler besonders hart

Weniger Kindergeld, kein Fahrtkostenzuschuss, weniger Gehalt - Gewerkschaften zum Streik bereit

(Luxemburg/Trier) Die derzeit in Luxemburg diskutierten Sparmaßnahmen haben deutliche Auswirkungen auf die rund 30.000 Pendler aus der Region: Die Gehälter sollen nicht mehr automatisch steigen, das Kindergeld begrenzt und Familienzulagen gestrichen werden.

28.04.2010
(wie) Luxemburg muss sparen. In den nächsten vier Jahren will der Staat im Nachbarland 1,5 Milliarden Euro weniger ausgeben. Seit Tagen verhandeln Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgeber in der sogenannten Tripartite, wo gespart werden kann (der TV berichtete). Am Dienstag sind die Gespräche ohne Ergebnis unterbrochen worden. Fest steht: Die Sparmaßnahmen treffen alle Luxemburger, vor allem die Arbeitnehmer - und damit auch die rund 30.000 Pendler aus der Region, die täglich über die Grenze zu Arbeit fahren. "Es wird die Beschäftigten sehr hart treffen", glaubt Mil Lorang, Sprecher des unabhängigen luxemburgischen Gewerkschaftsbundes OGBL. Was als ziemlich sicher gilt, ist dass die automatische Gehaltsanpassung an gestiegene Lebenshaltungskosten (Index) geändert wird. Davon profitieren bislang auch die Pendler. Die Arbeitgeber wollen den Index komplett abschaffen, Regierungschef Jean-Claude Juncker hat angeboten, nur noch bis zu 3365 Euro die Gehälter automatisch anzupassen. Da lasse man nicht mit sich reden, kündigte die OGBL an.

Auch beim Kindergeld wird es Kürzungen geben, die besonders die Pendler betreffen. Bislang gibt es in Luxemburg für Kinder bis zum 27. Lebensjahr Kindergeld, wenn diese studieren oder eine Ausbildung machen, künftig soll das nur noch bis 21 gezahlt werden. Als Ausgleich sollen Luxemburger staatliche Unterstützung, etwa ein Stipendium für das Studium bekommen, für Grenzgänger soll es diese nicht geben. Hat ein deutscher Pendler zum Beispiel zwei Kinder über 21 Jahre, die studieren, hätte er durch die Kürzung rund 1300 Euro weniger. Komplett wegfallen soll das Schulanfangsgeld, das regelmäßig im August bezahlt, wird (113,50 Euro für Grundschüler) genauso wie die in Luxemburg üblichen Essens-Schecks als Sozialleistung der Arbeitgeber. Besonders hart werde die Pendler aber die Kürzung der Fahrtkostenpauschale treffen, sagte Patrick Dury, Generalsekretär des christlichen Gewerkschaftsbundes LCGB. "Es sieht nicht sehr gut aus", sagt Dury. Die Gewerkschaften schließen mittlerweile Streiks nicht mehr aus, selbst ein landesweiter Generalstreik gilt als möglich.

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