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Pilot überlebt Absturz aus 50 Metern Höhe

(Föhren/Trier) Bei einer Bruchlandung in der Nähe des Flugplatzes Föhren ist gestern Mittag der Pilot (73) verletzt worden. Laut einem Augenzeugen hatte der Doppeldecker kurz nach dem Start technische Probleme und stürzte aus etwa 50 Metern Höhe in ein Feld.
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Einen Absturz aus rund 50 Metern Höhe in ein Weizenfeld hat ein 73-jähriger Doppeldecker-Pilot aus Baden-Württemberg am Donnerstagmittag relativ glimpflich überstanden. Das Unglück passierte gestern Mittag unmittelbar nach dem Start am Föhrener Flugplatz. Nach ersten Informationen trug der Mann, der alleine in dem Zweisitzer flog, Gesichtsverletzungen davon. Er soll ansprechbar gewesen sein, als die ersten Helfer, darunter auch zwei Passanten aus dem nahe gelegenen Industriepark Region Trier, zur Unfallstelle herbeigeeilt waren. Der Verunglückte wurde von einem Rettungshubschrauber ins Brüderkrankenhaus nach Trier zur weiteren Untersuchung geflogen.

Gegen 12.30 Uhr war der Pilot, nach TV-Informationen ein Bruder der früheren Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD), mit seinem einmotorigen Ultraleichtflugzeug in Richtung Osten (Hetzerath) gestartet. Bei dem roten Doppeldecker, einem in Luxemburg zugelassenen Oldtimer-Nachbau, gab es offenbar technische Probleme. Bernhard Heller, Leiter der Flugschule Portaflug, ist Augenzeuge des Unfalls gewesen: "Der Pilot flog eine Rechtskurve und dann hörte man schon am Motorengeräusch, dass es einen Leistungsabfall gegeben haben muss. Dann ist er einige Manöver geflogen und wollte offenbar wenden und zum Flugplatz zurückkehren. Die Maschine war aber zu langsam und stürzte im 50-Grad-Winkel ab." Die Fachleute sprechen in so einem Fall von "Strömungsabriss".

Dass der 73-Jährige nicht schwerer verletzt wurde, hat er offenbar dem zwar leichten, aber sehr stauchungsfähigen Material zu verdanken. Während die Schnauze des Nostalgie-Fliegers stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist das Cockpit beim Aufprall fast heil geblieben. "Der Kollege hat wahnsinniges Glück gehabt", meint Bernhard Heller.
Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung hat gestern die Ermittlungen zur Unfallursache aufgenommen. Im Einsatz waren die Feuerwehren Schweich, Föhren und Hetzerath, die Polizei Schweich, Notärzte, Rotkreuz-Helfer, die Luftrettung Luxemburg und eine Polizeihubschrauber-Staffel.
 
Extra
Den Flugplatz Trier-Föhren (Nachfolger des Flugplatzes Trier-Euren) gibt es seit 1977. Er verfügt über eine Start- und eine Landebahn, jeweils 1200 Meter lang und 30 Meter breit. Auf dem Flugplatz können sogar große Transall-Maschinen starten und landen. Flugbewegungen gab es laut Volker Klassen, Geschäftsführer der Flugplatz GmbH, im Jahr 2012 rund 22 000. Das sind meist Flüge der vier ansässigen Flugschulen oder Individualverkehr (einmotorige Maschinen); etwa zehn Prozent machen Werk- und Geschäftsreisen aus (Jets oder zweimotorige Flugzeuge). Am Flugplatz selbst sind etwa 70 Maschinen stationiert. Seit dem Jahr 2007 gibt es eine Nachtflugbefeuerung. alf

 


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