Autor: Von unserem Redakteur Roland MorgenOrt: Trier-NordDruckenE-Mail
„Kleines Mistding“ um 22.11 Uhr entschärft
Um 22.11 Uhr hatte Kurt Mazzucco den schwierigsten Teil seiner Mission hinter sich: Eine leichte Drehung noch, dann hielt er den Zünder in der Hand – die gestern gegen 14.30 Uhr auf der Großbaustelle an der Zurmaiener Straße entdeckte Fliegerbombe war entschärft.
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Die Arbeiter auf der Baustelle des Regenüberlauf-Beckens haben schnell einen Spitznamen parat: „Kleines Mistding“ nennen sie die Bombe, die der Kollege gegen 14.30 Uhr beim Baggern ans Tageslicht gefördert hat und nun einen unfreiwilligen früheren Feierabend beschert. In der Tat ist der brisante Fund eher ein Leichtgewicht. 50 Kilogramm bringt die US-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg auf die Waage. Der bis dahin letzte auf Trierer Stadtgebiet entdeckte Sprengkörper, die fast genau drei Jahre zuvor auf dem Gelände des Klinikums Mutterhaus gefundene Fliegerbombe, war 250 Kilo schwer und entsprechend gefährlicher.
Dennoch setzt das „kleine Mistding“ ein umfangreicheres Sicherheitsprogramm in Gang, Grund zur Hektik besteht nicht. Das Team des Kampfmittelräumdienstes unter Leitung von Peter Mazzucco (47) entschließt sich dazu, mit der Entschärfung bis gegen 22 Uhr zu warten. Dann sind die meisten Geschäfte in der Nähe, darunter das Ratio-Warenhaus, ohnehin geschlossen und die Berufsverkehrszeit vorbei.
In einer Lagesprechung um 18 Uhr einigen sich Kampfmittelräumdienst, Polizei, Feuerwehr, Stadtwerke und Stadt darauf, die Zurmaiener Straße in Höhe der Baustelle ab 21.30 Uhr zu sperren. Knapp 50 Menschen müssen ihre Wohnungen in der Nähe der Fundstelle verlassen. Die Mosel-Schifffahrt wird vorübergehend eingestellt. Der Verkehr auf der B 53 auf der gegenüberliegenden Flussseite ist nicht betroffen. Thomas Egger, Triers neuer Sicherheitsdezernent, atmet auf: „Gut, dass sich die Auswirkungen in Grenzen halten.“ Beim Mutterhaus-Bombenfund am 22. März 2007 mussten 5000 Menschen die Sperrzone verlassen.
Kurt Mazzucco hat keine Probleme mit der „Standard-Sprengbombe“. „Alles Routine“, sagt er, aber man wisse vorher nie, wie fest der Aufschlag-Zünder sitzt. Nach 15 Minuten behutsamen Hantierens hat der der 47-Jährige dem „Mistding“ seinen Schrecken genommen. Noch in der Nacht wird die Bombe nach Koblenz ins Lager des Kampfmittelräumdienstes gebracht.
Nach Einschätzung des Heimatforschers Adolf Welter (74) schlug die Bombe am 20. September 1944 auf dem damaligen Klärwerks-Gelände ein: „US-Bomber vom Typ B 26 Marauder griffen damals den Hauptbahnhof an. Einige Maschinen hatten technische Probleme und konnten ihre Ladung nicht im Zielgebiet abwerfen. Die Bomben explodierten stattdessen zwischen Verteilerring und Zeughausstraße.“ Bis auf eine…
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