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aus unserem Archiv vom 04. Oktober 2010
Ort: PrümKommentare: Kommentare zeigenDrucken  E-Mail

Bahnstrecke Prüm-Gerolstein: Rhein-Sieg-Bahn als einziger Interessent übrig

Drei Unternehmen hatten noch vor ein paar Monaten ihr Interesse an einem Bahnbetrieb der Strecke von Prüm nach Gerolstein bekundet. Davon ist mittlerweile nur noch einer übrig – die anderen haben ihre Anträge zurückgezogen.

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(ch) Vulkaneifelbahn, Westeifelbahn und Rhein-Sieg-Eisenbahn: Die drei Unternehmen hatten im Frühjahr ihr Interesse beim rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium angemeldet, die alte Bahnstrecke von Prüm nach Gerolstein zu reaktivieren – sei es mit Draisinen wie im Fall der Westeifelbahn, oder mit einem eher touristischen Konzept wie Vulkaneifelbahn oder die Rhein-Sieg-Eisenbahn.

Allen Anträgen gemein: Würde auch nur einem von ihnen stattgegeben, gäbe es ein großes Problem für den zwischen beiden Städten geplanten Radweg auf der Trasse. Denn wie der Landesbetrieb Mobilität (LBM) Gerolstein ermittelt hat, würde eine Lösung, die Bahn und Rad unter einen Hut bringt, deutlich teurer. Je nach Streckenführung kalkuliert der LBM zwischen 6,7 und 7,3 Millionen Euro. Das ist nach einhelliger Meinung im Prümer Verbandsgemeinderat nicht finanzierbar. Dort favorisiert eine Mehrheit den Weg auf der Trasse, der rund 2,3 Millionen Euro Kosten würde.

Die Voraussetzung dafür ist jedoch, dass alle Anträge auf Nutzung abgelehnt werden und die Strecke entwidmet wird – erst dann dürfen die Gleise abgebaut werden. Die Entscheidung hierüber muss der LBM treffen. Nach aktuellem Stand ist jedoch von den ursprünglich drei Bewerbern nur noch einer übrig: die Rhein-Sieg-Eisenbahn GmbH aus Bonn. VG-Chef Aloysius Söhngen hofft daher, dass das Entwidmungsverfahren bald abgeschlossen ist und die Gleise abgebaut werden können, damit fast drei Jahre nach der Pro-Radweg-Entscheidung im VG-Rat mit dem Bau begonnen werden kann.

Die Westeifelbahn, die auf der Strecke eine Draisinenbahn betreiben wollte, hat ihren Antrag zurückgezogen. „Als wir im Frühjahr von dem Antrag der Rhein-Sieg-Eisenbahn gehört haben, haben wir diesem eine Priorität eingeräumt und unsere Bemühungen vorerst nicht weiterverfolgt“, sagt Andreas Kurth von der Projektgruppe Westeifelbahn. Sollte jedoch der Antrag der RSE abgelehnt werden, werde man den eigenen Antrag neu aufgreifen, sagt Kurth. Insgesamt sei man jedoch sicher, dass die Reaktivierung der Strecke mit der RSE kommen werde, denn das Bahnunternehmen habe Kompetenz bei zahlreichen anderen Strecken unter Beweis gestellt – etwa bei der Oleftalbahn im benachtbarten Hellenthal (Nordrhein-Westfalen).

Auch die Vulkaneifelbahn (VEB) überlässt der RSE den zunächst Vortritt. Das Bonner Unternehmen habe die größere Erfahrung, solche Reaktivierungen auch auf juristischer Ebene zu erkämpfen, sagt Geschäftsführer Jörg Petry. „Daher haben wir unseren Antrag zurückgezogen.“ Letztlich sei es egal, wer die Betriebsgenehmigung bekomme, denn dieser müsse auch andere auf der Strecke fahren lassen. „Es geht einfach um den Erhalt der Strecke.“



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