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aus unserem Archiv vom 22. Juni 2010
Ort: Trier/WürzburgKommentare: Kommentare zeigenDrucken  E-Mail

Bischof trifft erstmals Missbrauchsopfer aus der Region

Der Trierer Bischof Stephan Ackermann will sich nach TV-Informationen diese Woche erstmals mit Missbrauchsopfern aus der Region treffen. Überschattet von neuen Vorwürfen gegen den zurückgetretenen Augsburger Bischof Walter Mixa beraten die Bischöfe derzeit über eine Verschärfung der Missbrauchsleitlinien.
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(sey) Vier Monate nach seiner Ernennung zum Missbrauchsbeauftragten der katholischen Kirche macht der Trierer Bischof Stephan Ackermann seine Ankündigung wahr und trifft sich mit Missbrauchsopfern aus seinem Bistum. Wie der Trierische Volksfreund aus Kreisen des Generalvikariats erfuhr, soll das Treffen diese Woche in Trier stattfinden und zweieinhalb Stunden dauern. Eine offizielle Bestätigung gab es nicht.

Ackermann nimmt derzeit an einer zweitägigen Klausur der Bischöfe in Würzburg teil. Ein Thema ist die Verschärfung der Missbrauchsleitlinien. Aber auch über die neuen Vorwürfe gegen den zurückgetretenen Augsburger Bischof Walter Mixa dürften die Bischöfe sprechen. Nach Medienberichten gibt es ein 40-seitiges Geheimdossier über Mixa, das der päpstliche Nuntius, Jean-Claude Perisset, Ende April dem Vatikan übergeben haben soll. Darin werden dem zurückgetretenen Augsburger Bischof Alkoholismus und homosexuelle Belästigungen vorgeworfen.

Offen war noch, ob die Bischöfe in Würzburg die modifizierten Leitlinien verabschieden werden. "Voraussichtlich wird dies erst im Sommer der Fall sein", sagte eine Sprecherin. Spannend wird sein, ob sich der Trierer Bischof Stephan Ackermann mit seiner Haltung durchsetzen kann. Der 47-Jährige ist dagegen, jeden Verdacht auf Missbrauch durch Geistliche sofort der Staatsanwaltschaft anzuzeigen. Die bayerischen Bischöfe mit Ackermann-Vorgänger Reinhard Marx an der Spitze sind dafür.

Unterdessen hat die Trierer Staatsanwaltschaft das Missbrauchs-Ermittlungsverfahren gegen einen Trierer Priester eingestellt. Alle vorgeworfenen Taten lägen über 20 Jahre zurück und seien verjährt.

Mehr zu Thema „Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche“ in unserer Themensammlung

 



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