Elektronische Gesundheitskarte wird in Trier weiter getestet
Der Test der Gesundheitskarte in Trier soll fortgesetzt werden, obwohl viele Anwendungen wie etwa das elektronische Rezept gar nicht umgesetzt werden. Die Karte soll die bisherige Versichertenkarte ersetzen.
Podcast
Fotostrecke
Es sollte alles einfacher werden: Der Patient gibt dem Arzt seine Gesundheitskarte, beide geben ihre jeweilige Geheimnummer ein, der Arzt sieht auf den ersten Blick die Diagnosen und Verordnungen aller Ärzte, die der Patient besucht hat. Auch der Befund der Krankenhausuntersuchung ist abgespeichert. Der Arzt sieht, welche Medikamente der Patient nimmt. Wenn er ihm was verschreiben will, speichert er das Rezept über die Karte ab, der Patient geht in die Apotheke, wo das Rezept mit dem Plastikkärtchen abgerufen werden kann. Soweit die Idee der Gesundheitskarte. Davon ist aber kaum etwas geblieben. Weil Ärzte die Karte auch nach den Tests, unter anderem in Trier, für immer noch nicht praxisreif halten und Datenschützer Zweifel an der Sicherheit haben, soll eine abgespeckte Gesundheitskarte an die Versicherten herausgegeben werden (der TV berichtete). Derzeit wird sie in Nordrhein-Westfalen verteilt. Außer den auf der bisherigen Versichertenkarte auch schon abgespeicherten Stammdaten wie Name, Geburtsdatum, Geschlecht und Adresse sowie die Krankenversicherung enthält sie allerdings keine weiteren Anwendungen. Später soll noch der elektronische Arztbrief mit Befunden hinzukommen. Freiwillig können die Patienten irgendwann noch ihre Notfalldaten wie etwa Blutgruppe oder lebenswichtige Medikamente vermerken lassen. Das elektronische Rezept wird es vorerst nicht geben. Es sei ein Fehler gewesen, "alles auf einmal machen zu wollen", sagt Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler.
Trotzdem wird in Trier, wo die Karte neben sechs anderen Regionen seit zweieinhalb Jahren getestet wird, das elektronische Rezept weiter getestet.
Macht das überhaupt Sinn, wenn feststeht, dass die Anwendung gar nicht kommen wird? "Ja", sagt Beate Fasbender, Sprecherin des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministeriums. Die bisherigen Testergebnisse seien in die Bestandsaufnahme von Rösler eingeflossen. Ob der Test fortgeführt werde, entscheide allerdings nicht das Mainzer Ministerium, sondern die für die Gesundheitskarte zuständige Gesellschaft für Telematikanwendungen (Gematik) und das Bundesgesundheitsministerium, sagt Fasbender. Till Moysies, Projektleiter Gesundheitskarte in Trier, ist sicher, dass der Test fortgesetzt wird. "Damit kann die Praxistauglichkeit der Gesundheitskarte sichergestellt werden."
Auch wenn bei einer bundesweiten Einführung der Karte nicht alle zunächst geplanten Anwendungen kommen werden, könne man nicht von einer abgespeckten Version sprechen, sagt Ministeriumssprecherin Fasbender. "Die Karte wird in ihren Anwendungsmöglichkeiten nicht abgespeckt, die einzelnen Schritte zur Einführung der elektronischen Gesundheitskarte werden anders gewichtet." Man reduziere sie auf ihre Kernanwendungen. Wann die Karte in Rheinland-Pfalz eingeführt wird, steht noch nicht fest.
Leckeres Frühstück einmal anders: Ausgedehnt und zusammen mit Freunden und oder Familie findet ein Brunch in der Regel am Wochenende statt. Ein Brunch ist die Mischung aus Frühstück und Mittagessen. mehr...
Finden Sie uns auf Facebook und auf Twitter | Kommentare: Kommentar schreiben