Geld unterschlagen? Amtsgericht Bitburg vertagt erneut Prozess
Noch kein Urteil im Prozess gegen einen 26-Jährigen, der zwischen Januar 2007 und Januar 2009 mehrfach Bargeld aus der Kasse seines ehemaligen Arbeitgebers genommen haben soll. Experten der Polizei sollen nun die Daten aus dem Kassencomputer untersuchen.
Podcast
Fotostrecke
(neb) War es tatsächlich der junge Mann, der am Mittwoch auf der Anklagebank des Bitburger Amtsgerichts Platz nimmt, der zwischen Januar 2007 und Januar 2009 mehrfach in die Kasse seines ehemaligen Arbeitgebers griff? Oder war es jemand anderes, der die sogenannten Retour-Geschäfte vortäuschte, bei denen Kunden angeblich Waren zurückbrachten und dafür Geld zurückerhielten – nur dass offenbar nie Waren zurückgegeben wurden? Und hatte sich jemand tatsächlich auf diese Weise gleich 296 Mal Bargeld verschafft? Ist der vom Arbeitgeber bezifferte Schaden von mehr als 37.000 Euro korrekt?
Es sind Fragen über Fragen, die auch am zweiten Tag des Prozesses gegen einen 26-jährigen kaufmännischen Angestellten wegen des Verdachts der Unterschlagung im Raum schweben. Der Angeklagte weist sämtliche Vorwürfe von sich. Und obwohl das Gericht gestern erneut mehr als eine Stunde lang den Prokuristen der Firma befragt, können die offenen Fragen nicht umfassend beantwortet werden. Zwar war nach dessen Recherchen an allen Tagen, an denen eine Minusbuchung vorgenommen wurde, der Angeklagte im Geschäft, und andersherum gab es offenbar an den Tagen, an denen er nicht anwesend war, eben keine Minusbuchungen.
Dennoch tun sich das Gericht, die Verteidigung und die Staatsanwaltschaft schwer, daraus endgültige Schlüsse zu ziehen. Abgesehen davon, dass der Angeklagte in dem Tatzeitraum ungewöhnlich wenig Bargeld von seinem Konto abhob, wurden alle weiteren belastenden Indizien, insbesondere die Auswertungen der Kassencomputer, von seinem ehemaligen Arbeitgeber beschafft. „Um den Schein nicht aufkommen zu lassen, dass die Firma möglicherweise ein eigenes Interesse verfolgt“, sei es besser, dass sich Fachleute der Datenverarbeitungsgruppe des Polizeipräsidiums Trier mit der Sache beschäftigten, erklärt der Vorsitzende Richter Udo May. Die Experten sollen möglichst schnell ein Gutachten erstellen, der Prozess soll am Freitag, 24. September fortgesetzt werden.
Was ist das?
Kommentare via facebook