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aus unserem Archiv vom 30. Mai 2009
Autor: Von unserem Redakteur Dieter LintzOrt: TrierDrucken  E-Mail

Klare Fronten, friedlicher Protest

400 Teilnehmer beim morgendlichen Protest-Picknick auf dem Viehmarkt, fast doppelt so viele nachmittags rund um den Simeonstiftplatz: Triers Anti-NPD-Demonstrationen waren entschieden stärker besetzt als die Kundgebung der Rechtsradikalen, die den Protest ausgelöst hatte.

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Exakt 29 Kundgebungs-Teilnehmer aus ganz Rheinland-Pfalz und dem Saarland brachte die NPD auf die Beine, Kinder und Jugendliche eingerechnet. Sie entstiegen gegen 15 Uhr, eine Stunde nach dem gemeldeten Beginn, einem Bus der Stadtwerke. Offensichtlich hatte man es bei Stadt und Polizei für sinnvoller gehalten, ein öffentliches Verkehrsmittel zu wählen, als einem von der NPD gecharteten Bus-Unternehmen zu vertrauen.

Schon am späten Vormittag hatte sich herumgesprochen, dass die Veranstaltung nicht vor der Porta, sondern aus Sicherheitsgründen auf dem weit weniger frequentierten Simeonstiftplatz stattfinden würde. Die Polizei hatte den Platz so abgesperrt, dass die Gegendemonstranten zwar einen freien Blick auf die Kundgebung hatten, aber ausreichend „Sicherheitszone“ zwischen der kleinen NPD-Truppe und ihren fast 800 Gegnern auf beiden Seiten des Platzes blieb.

Unter „Nazis raus“-Rufen sprachen der Trierer NPD-Spitzenkandidat Safet Babic, ein Funktionär der Deutschen Volksunion sowie der NPD-Bundesvorsitzende Udo Voigt. Die Reden transportierten die von der NPD bekannte völkische Ideologie, mieden aber – im Gegensatz zur früheren rechten Demos in Trier – offen rechtswidrige Äußerungen. Nach Ende der Kundgebung wurden die Teilnehmer wieder im Stadtbus von der Partei Richtung Stadtrand eskortiert. Über Zwischenfälle wurde nichts bekannt. Die Polizei trat betont deeskalierend auf und bekam am Ende von einigen Demonstranten sogar Beifall.

Am Morgen hatten sich mehrere hundert Teilnehmer zu einem „Picknick gegen rechts“ auf dem Viehmarkt eingefunden. In einer Atmosphäre, die an die Friedens-Demonstrationen der 80er Jahre erinnerte, gab es Musik und viele Gespräche. Einer der wenigen offiziellen Redner war Oberbürgermeister Klaus Jensen, der allerdings darauf verwies, er sei in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Klaus-Jensen-Stiftung gekommen. Er ermutigte die in ihrer Mehrheit auffällig jungen Teilnehmer, den Anfängen zu wehren und in Trier „keinen Platz für Herrenmenschen-Ideologie“ einzuräumen.

Die Stadtratsfraktionen von SPD, Grünen und UBM waren zahlenmäßig stark vertreten, vereinzelt trauten sich auch CDU-Mitglieder trotz des Verdiktes ihrer Parteioberen als Privatpersonen unter die Kundgebungsteilnehmer.

 

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