Ähnlich wie der parteilose Dauner Landrat sehen es auch Onnertz’ Kollegen im Rest des Landes. Und so wird die im 19. Jahrhundert eingeführte und später modifizierte Steuer in Rheinland-Pfalz noch nahezu flächendeckend erhoben, während sie etwa in Bayern oder Thüringen längst abgeschafft ist.
Weil ihr Halali gegen die Jagdsteuer in der Vergangenheit nichts gebracht hat, gehen die rund 3500 Jagdpächter im Land der Reben, Rüben und Wildschweine nun auf die Barrikaden. „Ab diesem Freitag wird von uns kein angefahrenes totes Wild mehr entsorgt“, kündigt der Präsident des Landesjagdverbands (LJV), Kurt Alexander Michael, an. Lediglich um verletztes Wild werde sich die Jägerschaft ab dann noch kümmern.
Laut Michael, der in Ließem (Eifelkreis Bitburg-Prüm) lebt und selbst zwei Jagdbezirke gepachtet hat, entsorgen die rheinland-pfälzischen Jäger die bei Unfällen jährlich etwa 13.000 getöteten Tiere bislang freiwillig. In Zukunft müssten das die Straßenmeistereien oder Kreisverwaltungen übernehmen. „Wir fahren jedenfalls nicht mehr raus“, sagt der oberste Jäger im Land und gibt sich zuversichtlich, dass seine Kollegen geschlossen hinter ihm stehen: „In der Region Trier machen jedenfalls alle Kreisgruppen mit.“ Nach Angaben des LJV-Präsidenten ist der Jägerstreik auf ein halbes Jahr angelegt. „Mal schauen, wie sich das entwickelt“, sagt Michael.
Aus den Kommunen kommen allerdings keine hoffungsfrohen Signale. Wie eine Umfrage unserer Zeitung ergab, sind die Gelder aus der Jagdsteuer von den regionalen Kreisen fest eingeplant. Und ein Verzicht kommt für die Landräte allenfalls dann infrage, wenn das Land für einen finanziellen Ausgleich sorgt.
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