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aus unserem Archiv vom 26. Juni 2012
Autor: Ralf Kotschka Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Trier Drucken  E-Mail

Neue Serie auf volksfreund.de: Trier in alten Filmaufnahmen

Als die Bilder laufen lernten... wurde auch in Trier gefilmt. Der Trierer Filmpionier Wendel Marzen zählt zu den ersten, die die Moselstadt im bewegten Bild festgehalten hat. Zu sehen sind die alten Filmdokumente im Stadtmuseum - und ab sofort auch auf volksfreund.de. In unserer Reihe: "Trier in alten Filmen".
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Um die Jahrhundertwende herum lernten auch in Trier die Bilder laufen. Bewegte Bilder wurden seit Ende des 19. Jahrhunderts auf Jahrmärkten gezeigt. Dort war der Spielplatz für das neue Medium. Findige Geschäftsleute bauten ihre lichtschwachen Projektoren in Buden auf und gingen mit kurzen Filmstreifen auf Wanderschaft.

Extra: Weitere Filme finden Sie auf www.volksfreund.de/altefilme

Der Kinematograph, wie man die Neuheit nannte, war eine absolute Attraktion. In der Region Trier war es der Schausteller Wendel Marzen, der einen Projektor und dann auch eine Filmkamera besaß. Marzen lebte in Trier, ging aber mit seinen Söhnen Peter und Hubert und einem wechselnden Filmprogramm auf Reisen. Besonders Peter tat sich bereits früh als Kameramann und Regisseur hervor.

Der Erste Weltkrieg unterbrach die Trierer „Filmproduktion“. Dafür hatten die amerikanischen Truppen, als sie zum Ende des Ersten Weltkriegs in Trier einmarschierten, Filmkameras dabei. Zu Propagandazwecken entstanden seltene Dokumentaraufnahmen.

Die wenigen erhaltenen frühen Filme aus Trier erlauben für wenige Minuten einen Blick in die Vergangenheit der Stadt. Dazu muss man sie sehen: entweder im „Trier-Kino“ des Stadtmuseums – oder, begleitend zu diesem Artikel, exklusiv auf dem Online-Portal des Trierischen Volksfreunds.

Der Trierer Filmpionier Peter Marzen feierte 1933 seinen 50. Geburtstag, und gleichzeitig seine 35-jährige Zugehörigkeit zur Filmindustrie. Er war also seit 1898, da war er 16, mit dem neuen Medium Film vertraut. Das lag an seinem Vater Wendel Marzen. Ehemals als Schausteller unterwegs, war ihm die neue Attraktion der Bewegtbilder, die gern auf Jahrmärkten vorgeführt wurde, aufgefallen. Er erkannte die Zeichen der Zeit und investierte in ein ganz neues Unterhaltungsgeschäft: den Kinematographen.

Marzen reiste mit Vorführapparat, Filmprogramm und Sohn Peter durch die Region. Ob auf Jahrmärkten oder in angemieteten Gasthaussälen – rechtzeitig inserierte er die Aufführungen seines „Edison’s Elektrischen Theaters“ in den Tagesblättern.

Seit 1909 betrieben die Familie Marzen nicht nur die ersten Ladenkinos in Trier – sie drehten vorher bereits die ersten Filme in der Moselstadt.

Das Trierer Stadtmuseum Simeonstift zeigt in seinem Projektionsraum „Trier-Kino“ über 60 Trier-Filme. Für seine Sammlung sucht es aktuell weiteres historisches Filmmaterial über Trier. Alte Amateurfilme sind ebenso willkommen wie Filmrollen vom Speicher (keine Videos etc). Mitmachen und  Fundstücke abgeben: Adresse: Verwaltung des Stadtmuseums, Simeonstiftplatz 1, 54290 Trier, Mo-Fr., 9-12 Uhr.


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