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Brandstiftungen im nördlichen Rheinland-Pfalz: Tatverdächtige gaben sich als Journalisten aus

(Koblenz (dpa/lrs)) Sie sollen viele Brände gelegt und Videos davon Medien angeboten haben: Seit Montag stehen deshalb zwei junge Männer vor dem Landgericht Koblenz.

20.03.2017

Laut Anklage fuhren sie im September 2016 immer wieder nachts mit dem Auto durch das nördliche Rheinland-Pfalz, zündeten einen Bus, mehrere Autos und etliche hundert Strohballen an. Auch eine Scheune wurde zerstört und ein Haus erheblich beschädigt. Staatsanwältin Merle Eckhard sagte, die beiden Angeklagten seien mehrmals als angebliche Journalisten samt Presseausweis wieder an die Tatorte zurückgekehrt und hätten diese gefilmt. Von Verletzten ist in der Anklageschrift nicht die Rede.

Der Vorsitzende Richter der Jugendkammer, Andreas Groß, redete den Männern ins Gewissen: «Es ist kontraproduktiv, wenn Sie sich gegenseitig das Feuer in die Schuhe schieben.» Am Rande des Prozesses kündigte ein Verteidiger Aussagen beider Angeklagter für den nächsten Verhandlungstag am 4. April an. Der Anwalt sprach von «jugendlichem Leichtsinn» und einer «hinrissigen Dummheit». Er glaube nicht, dass das Duo Tragweite und Risiko seines Handelns überblickt habe. Auf die beiden Angeklagten, die seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft sitzen, könnten sehr hohe Schulden zukommen.

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