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Endspurt der Welterbe-Bewerbung für Speyer, Worms und Mainz

(Mainz (dpa/lrs)) Das jüdische Erbe von Speyer, Worms und Mainz soll ins Unesco-Welterbe aufgenommen werden - jetzt tritt die Bewerbung in ihre entscheidende Phase. «Wir hoffen, dass wir den zeitlich längsten Teil des Weges hinter uns gebracht haben», sagte Stefanie

11.09.2017

Hahn von der Stabsstelle für das Unesco-Welterbe im rheinland-pfälzischen Kulturministerium am Montagabend in Mainz. Bis die Bewerbung im Februar 2020 offiziell eingereicht werden könne, müsse aber für die inhaltliche Begründung des Antrags noch ein steiler Aufstieg zurückgelegt werden. 

Die jüdische Tradition der drei Städte am Rhein wird mit dem Begriff der Schum-Städte zusammengefasst - nach den hebräischen Anfangsbuchstaben für Schpira (Speyer), Warmaisa (Worms) und Magenza (Mainz). Die Bestrebungen für die Anerkennung als Weltkulturerbe begannen bereits vor rund zehn Jahren.

Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats für die Bewerbung der Schum-Städte kamen am Montag zu einer Konferenz zusammen, «um den Kern der Schum-Bewerbung zu diskutieren und zu fixieren», wie Hahn erklärte. Die erhaltenen Bauten der mittelalterlichen jüdischen Gemeinden in Speyer und Worms sowie die alten jüdischen Friedhöfe in Mainz und Worms seien herausragende Zeugnisse jüdischer Kultur in Europa, sagte der Heidelberger Kunsthistoriker Matthias Untermann. Sie belegten zudem, dass die Juden «anerkannter Teil des damaligen städtischen Gefüges» gewesen seien. 

Über die historische Bedeutung hinaus seien die Schum-Städte damit ein «eindrucksvolles Beispiel dafür, wie auch ein friedliches Miteinander der Religionen gelingen kann», sagte der rheinland-pfälzische Kulturminister Konrad Wolf (SPD). «Wir wollen, dass die ganze Welt Schum kennenlernt - Rheinland-Pfalz steht mit ganzer Kraft hinter der Bewerbung.»