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Grüne wollen Familien mehr Zeit und Geld geben

(Andernach (dpa/lrs)) Die rheinland-pfälzischen Grünen wollen neue Akzente in der Familienpolitik setzen. «Ich erwarte, wer auch immer die nächste Koalition stellt, ein deutliches Bekenntnis des Bundes gegen die Kinderarmut», sagte Familienministerin Anne Spiegel am Samstag auf einem Landesparteitag in Andernach.

11.11.2017

Nötig sei eine Kindergrundsicherung, die jedem Kind unabhängig vom Einkommen das Existenzminimum garantiere. 

Neben mehr Geld bräuchten Familien mehr Zeit, sagte die Ministerin. Es sei Vätern immer noch unangenehm, Elternzeit zu beantragen - «aber es heißt doch Elternzeit und nicht Mütterzeit». Hier müsse sich im gesellschaftlichen Bewusstsein noch viel verändern. Auch die Digitalisierung sollte verstärkt genutzt werden, um Familien mehr Zeit zu geben. Eine Entschließung des Parteitags fordert ein «Recht auf Homeoffice als Ergänzung zum festen Arbeitsplatz». In der Verwaltung könne die Möglichkeit von Online-Formularen Familien Zeit geben, die bisher noch für Behördengänge verwendet werde, sagte Spiegel.

Mit Entschiedenheit plädierte die Familien- und Integrationsministerin für den Familiennachzug von Flüchtlingen. Die Trennung von der eigenen Familie mache es diesen viel schwerer, auch wirklich in der Gesellschaft anzukommen. «Wer Familiennachzug verhindert, der verhindert die Integration», sagte die Grünen-Politikerin unter dem Applaus der mehr als 200 Delegierten. «Die Parteien, die das wollen, sind die wahren Integrationsverweigerer.»