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Ehrenamtlicher Verein "Ja zum Nürburgring" klagt gegen den Verkauf des Nürburgrings

(Nürburg) Nach dem amerikanischen Technikunternehmen Nexovation hat nach Informationen der Rhein-Zeitung jetzt auch der ehrenamtliche Verein „Ja zum Nürburgring“ ernst gemacht und Klage beim Europäischen Gerichtshof in Luxemburg eingereicht.

10.07.2015
Dietmar Brück
Die Klageschrift ging dem Gericht am heutigen Freitag um 15.34 Uhr digital zu. Der Schriftsatz wurde monatelang akribisch vorbereitet. Seinen Eingang hat der Europäische Gerichtshof unter der Nummer DT43839 bestätigt. Die Klageschrift umfasst ganze 1000 Seiten inklusive der entsprechenden Anlagen. „Ja zum Nürburgring“ rechnet im nächsten Schritt mit der Zuteilung eines Aktenzeichens. Bei Nexovation ist dies bereits erfolgt. Die Klage ist bei der EU-Kommission als Rechtssache T-353/15 registriert und wurde offiziell am 26. Juni diesen Jahres vorgebracht.

Nexovation wie „Ja zum Nürburgring“ wollen auf juristischem Wege den Verkauf an den Düsseldorfer Autozulieferer Capricorn und damit auch den Weiterverkauf an die jetzigen russischen Mehrheitseigentümer rückgängig machen. Das US-Technikunternehmen gehörte selbst zu den Bietern, unterlag aber im Investorenprozess. Nexovation will nun per Rechtsweg erreichen, dass sie am Ende den Zuschlag für die weltberühmte Rennstrecke erhalten. „Ja zum Nürburgring“ indes möchte, dass der gesamte Verkaufsprozess neu aufgerollt wird. Die Aktivisten um den ADAC-Ehrenvorsitzenden Otto Flimm hoffen noch immer auf eine gemeinnützige Stiftungslösung. 

Die Klagen, sollte sie zugelassen werden, können sich leicht zwei Jahre oder gar länger hinziehen. Dabei dürften Kosten für die Kläger entstehen, die sich locker im höheren sechsstelligen Bereich bewegen. Bis der Fall entschieden ist, kann der Verkaufsprozess nicht abgeschlossen werden. Die Eigentumsrechte für den Nürburgring liegen derzeit bei einem Treuhänder. Die russischen Investoren bezweifeln, dass „Ja zum Nürburgring“ überhaupt klageberechtigt ist, da der Verein ihrer Einschätzung nach nicht zu den Bietern gehört. Die Kläger aus der Ring-Region wollen diesen Punkt aber geprüft haben.   

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