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Eifeler Flüsse und Grundwasser mit krebserregendem Stoff belastet

Schadstoffe nahe US-Militärflugplätzen gefunden – Umweltministerin kündigt Sanierung an

(Trier/Mainz) Oberflächen- und Grundwasser rings um die Flugplätze Spangdahlem, Bitburg und Ramstein sind mit krebserregenden perfluorierte Tensiden (PFT) belastet. Die Sanierung könnte Jahre dauern und Millionen Euro kosten. Auch im Trinkwasser aus dem Kylltal ist der Stoff nachzuweisen.

09.11.2014
Von unserer Redakteurin Katharina Hammermann
PFT ist die Abkürzung für eine Stoffgruppe (perfluorierte Tenside), die Umweltschützer als tickende Zeitbombe bezeichnen. Denn sie stehen im Verdacht, krebserregend zu sein. Die künstlich hergestellten Stoffe sind – gerade in der Region Trier – weiter verbreitet als bisher bekannt. Sie reichern sich, da sie in der Natur nicht abgebaut werden, in bedenklichen Mengen an – in Seen, Bächen und Flüssen, in Fischen, in Lebensmitteln, und wie die TV-Recherche zeigt, in tiefen Grundwasserschichten. 
Besorgniserregend ist die Lage rings um die US-Luftwaffenstützpunkte Spangdahlem und Ramstein sowie an der Ex-Airbase Bitburg. Dort wurden über viele Jahre hinweg PFT-haltige Löschschäume eingesetzt, die als Hauptursache der Verunreinigungen gelten. Wie Untersuchungen zeigen, ist der in Seen und Bächen bei Binsfeld gemessene Wert bis zu 3000-mal höher, als die EU empfiehlt. Vom Verzehr dort geangelter Fische wird dringend abgeraten. Dem TV wurden Analysen von Grundwasserproben zugespielt, die im Auftrag der US-Air-Force bei Spangdahlem genommen wurden. Sie zeigen: Selbst zig Meter unter der Erde werden PFT-Werte gemessen, die ähnlich hoch oder sogar höher sind als jene der belasteten Seen und Bäche. 

Auch im Wasserwerk Kylltal sind Spuren des krebserregenden Stoffs nachweisbar. Zwar liegen diese deutlich unter dem Wert, der als duldbar gilt. „Das Ergebnis beruhigt uns dennoch überhaupt nicht“, sagt Carsten Grasmück, Sprecher der Stadtwerke Trier. Die kündigen nun an, Proben aus sämtlichen Brunnen zu nehmen und den Fluss Kyll zu untersuchen. „Diese Hinterlassenschaften des US-Militärs sind ein massives Umweltproblem, das nicht schnell zu lösen ist. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, den Ursachen der Verunreinigungen auf den Grund zu gehen, die Verschmutzung abzustellen und die Gewässer zu sanieren“, sagt Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne). Ein Prozess, der – das zeigt das PFT-Problem der Stadt Düsseldorf – Jahre dauern und Millionen Euro kosten kann. 

Der Umweltverband BUND hat für die Region Trier eine Arbeitsgruppe PFT gegründet. Er fordert ein Verbot der Stoffe. 

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