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aus unserem Archiv vom 30. Dezember 2012
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Ein Blick zurück: Die Top-Themen des Jahres aus der Region

Ob Nürburgring-Debakel oder Heilig-Rock-Wallfahrt, Baumunglück oder Bau des Hochmoselübergangs - 2012 war voll emotionaler Ereignisse. Volksfreund.de wirft einen Blick zurück, was die Menschen im Hunsrück, in der Eifel und an der Mosel 2012 bewegte.
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Millonenschweres Debakel am Nürburgring
Er ist ein Markenzeichen von Rheinland-Pfalz, der Nürburgring. Weltweit bekannt durch legendäre Autorennen in der „Grünen Hölle“ – und seit Jahren in den Schlagzeilen wegen einer gigantischen Fehlinvestition von mehr als 330 Millionen Euro für ein Freizeit- und Geschäftszentrum. Die im Juli verkündete Insolvenz der Eifel-Rennstrecke hat bundesweit für Aufsehen gesorgt. 
Das Landgericht Koblenz arbeitet in einem Untreue-Prozess die früheren gescheiterten Finanzierungsversuche des ehemaligen Finanzministers Ingolf Deubel (SPD) auf. 
Zeitgleich versuchen die Sanierer Thomas Schmidt aus Trier und Jens Lieser aus Koblenz, das Steuer herumzureißen und den Ring in eine gesicherte Zukunft zu fahren. Nach extrem schwierigen Verhandlungen ist ihnen die Trennung von den privaten Pächtern Jörg Lindner und Kai Richter geglückt. Jetzt wird der Betrieb weitergeführt, mit der EU diskutiert und der Verkaufsprozess der Immobilien eingeleitet.
 
Von Baum erschlagen
Der 23. November 2012 ist ein Unglückstag für Trier: Im kleinen Rautenstrauch-Park in der Innenstadt stürzt eine mächtige Kastanie plötzlich um. Eine Gruppe Schulkinder kann gerade noch zur Seite springen, ein Mann wird von den peitschenden Ästen schwer an Fuß und Bein verletzt. Eine 70-jährige Triererin ist chancenlos: Der 15 Meter hohe Baum begräbt die Frau unter sich. Sie stirbt, die Rettungskräfte können ihr nicht mehr helfen.
Der Stamm der rund 60 Jahre alten Kastanie war offenbar so morsch und hohl, dass es noch nicht mal einen Windstoß brauchte, um den Baum umfallen zu lassen. Ein Gutachten soll klären, ob die städtischen Kontrolleure, die für die Standfestigkeit der rund 30.000 Bäume im Stadtgebiet verantwortlich sind, hätten erkennen müssen, wie krank der Baum ist. Erst am 1. Oktober war die Kastanie vom Grünflächenamt kontrolliert und für eine genauere Untersuchung vorgesehen worden. Zu dieser kam es allerdings nicht mehr. 
 
Publikumsmagnet Heilig Rock
Mehr als 550.000 Gläubige pilgerten zwischen dem 13. April und dem 13. Mai zur Tunika Christi, die in einem eigens angefertigten Schrein im Trierer Dom gezeigt wurde. 
Dank vorzüglicher Organisation verlief die 20. Heilig-Rock-Wallfahrt seit 1512 reibungslos. Nur die Geschäftsleute im Bereich des Konstantin-Platzes haderten anfangs mit der auf Pilgerbusse zugeschnittenen Verkehrsführung. Als Stadt und Polizei nachbesserten und endlich auch das Wetter besser wurde, entwickelte sich die Wallfahrt zum allseits geschätzten Großereignis, zu dessen Gelingen rund 2400 ehrenamtliche Helfer entscheidend beitrugen. Bis zur 21. Ausstellung der bedeutendsten Reliquie des ältesten Bistums nördlich der Alpen dürften traditionsgemäß Jahrzehnte vergehen. Möglicherweise wird es 2030 oder 2031 wieder soweit sein – 2000 Jahre nach dem Kreuzestod Jesu Christi. 
 
Ein Brückenschlag, kein Lückenschluss
Eines der größten und wohl auch umstrittensten Brückenbauprojekte Deutschlands hat im Jahr 2012 Form angenommen: der Hochmoselübergang. Seit November steht fest, dass es teurer wird als gedacht: Bis 2011 bezifferte das Land die Kosten auf 330 Millionen Euro. Daraus sind inzwischen schrittweise 375 Millionen Euro geworden. Bei solch einem riesigen Projekt mit zig kleinen Details könne die Planung nicht punktgenau erfolgen, hieß es. 
An der Autobahn 1 hingegen tat sich nichts. Dort klafft bei Daun nach wie vor eine 30 Kilometer lange Lücke. Beim Bund läuft die Anmeldefrist für solche Projekte noch bis September 2013. Der Bundesverkehrswegeplan soll 2015 beschlossen werden.  
 
Schuldig und dennoch frei
Der Fall Lolita Brieger – einer der spektakulärsten Kriminalfälle, die das Trierer Landgericht jemals verhandelt hat. Fast drei Jahrzehnte lang ist die junge Frau aus der Vulkaneifel spurlos verschwunden, Ende 2011 werden die sterblichen Überreste auf einer stillgelegten Mülldeponie gefunden. In Sichtweite des Elternhauses von Lolita Brieger. Ihr ehemaliger Freund kommt in Untersuchungshaft, weil er seine von ihm schwangere Ex-Freundin damals getötet hat, sagt später das Gericht. Weil es „nur“ Totschlag war und kein Mord, wird er freigelassen. 
Er wohnt wieder in dem Eifelort, in dem er aufgewachsen ist. Lolitas Elternhaus liegt nicht weit entfernt.
 
Bruchlandung eines Großprojekts
Für den Flugplatz Bitburg hatte der luxemburgische Projektentwickler Frank Lamparski hochfliegende Pläne: Mit mehr als 400 Millionen Euro Investorengeld wollte er das Gelände zu einem internationalen Flughafen ausbauen. Die Pläne zerschellten – auch wenn Lamparski daran festzuhalten scheint – Ostern 2012 an der Realität. Ihm war es nicht gelungen, innerhalb der gesetzten Frist das nötige Startkapital zu besorgen. 
Seitdem ist die politische Stimmung in der Südeifel gekippt: Statt eines Airports ist das Ziel nun ein Gewerbe- und Energiepark. Da Lamparski eine solche Entwicklung mit seinen Flugplatzanteilen verhindern kann, kam es zu einer Hängepartie, deren Ende offen ist. 
 
Massenbesäufnis mit Folgen
Aus Spaß wurde Ernst: Völlig aus dem Ruder lief die traditionelle Weiberfastnachtsfete am 16. Februar auf dem Trierer Hauptmarkt. Dem offiziellen Teil mit Prinzenpaar-Proklamation folgte ein massenhaftes Besäufnis vorwiegend Jugendlicher und junger Erwachsener – mit bitteren Folgen. Die eilends verstärkte Sanitätermannschaft musste im pseudokarnevalistischen Tumult Dutzende stark Alkoholisierter behandeln oder ins Krankenhaus bringen, in einigen Fällen waren die Vergiftungen so stark, dass es beinahe reale „Schnapsleichen“ gegeben hätte. Zudem hatte die Polizei alle Hände voll zu tun, die alkoholbedingte Aggressivität nicht weiter ausufern zu lassen. 
Ein Ergebnis der intensiven Aufarbeitungsdebatte: An Weiberfastnacht 2013 (7. Februar) ist der Freiluft-Alkoholkonsum auf vielen Straßen und Plätzen der Trierer Altstadt tabu. 
 
B51-Vollsperrung mit Happy End
Nadelöhr-Erweiterung im Sommerloch: Es war das Horrorszenario schlechthin. Die Bitburger Straße (B51) zehn Wochen lang Baustelle zwischen Fachhochschule und Kaiser-Wilhelm-Brücke. Doch die damit einhergehende Vollsperrung, die werktäglich Zehntausenden Autofahrern große Umwege abverlangte, wirkte sich in der Realität weniger negativ aus als befürchtet. Was am Timing lag (Sommerferien), aber auch am Rund-um-die-Uhr-Einsatz der Bauleute. 
Trotz anfänglich extrem schlechten Wetters, das den Zeitplan zunichtezumachen drohte, konnten die Sperrbarrieren rechtzeitig zum Schuljahresbeginn am 13. August beiseitegeräumt werden. Lohn der Mühen, Entbehrungen und Projektkosten von rund 2,1 Millionen Euro: Die Bitburger ist samt Napoleonbrücke runderneuert und dank einer nun durchgehenden zweiten Bergabspur, für deren Schaffung rund 2000 Kubikmeter Fels gesprengt oder weggefräst wurden, weniger stauanfällig als vorher.  
 
Beck geht, Dreyer kommt
Nur wenige Politiker werden respektvoll „König“ genannt. Kurt Beck ist einer davon. Der ewige Ministerpräsident gehört seit 1979 ununterbrochen dem Landtag an, seit 1994 regiert er Rheinland-Pfalz. Unter seiner Ägide hat sich das Land zu einer modernen Dienstleistungs- und Industriegesellschaft gewandelt. Hunderte militärische Hinterlassenschaften sind in zivile Nutzung überführt worden. Den Erfolgen stehen allerdings ein riesiger Schuldenberg und das Debakel des insolventen Nürburgrings gegenüber, das Becks letzte Jahre negativ geprägt hat. 
Am 16. Januar dankt der 63-Jährige freiwillig aus gesundheitlichen Gründen ab. Lange ist über seine Nachfolge spekuliert worden, der gelernte Elektromechaniker hat sie selbst geregelt. Die Triererin Malu Dreyer übernimmt das Zepter und tritt in große Fußstapfen, wie sie selbst sagt. Die 51-Jährige will Becks Weg und die rot-grüne Koalition fortsetzen, aber auch rasch eigene Akzente setzen. 



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Donnerstag, 20.06.2013 | Archiv | ePaper Newsletter Registrieren Login | Auto Immo Stellen | Service

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