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Fall Tanja Gräff: Ermittlungen abgeschlossen, Fragen bleiben

Hintergründe des Todes der Trierer Studentin werden möglicherweise nie geklärt

(Trier) Die Ermittlungen zum Tod der Trierer Studentin Tanja Gräff sind abgeschlossen; neue Erkenntnisse haben sich offenbar nicht ergeben. Die Hintergründe des Todes der 21-Jährigen dürften somit weiterhin rätselhaft bleiben, auch wenn bislang keine Anzeichen für ein Verbrechen gefunden wurden. Dossier zum Thema: Tanja Gräff

21.01.2016
Von Rolf Seydewitz
Acht Monate nach dem Fund des Skeletts der zuvor lange Jahre vermissten Studentin Tanja Gräff hat die 20-köpfige Sonderkommission ihre Arbeit „weitgehend abgeschlossen“. Das sagte am Donnerstag der Leitende Trierer Oberstaatsanwalt Peter Fritzen auf Anfrage unserer Zeitung. Der Soko-Bericht werde jetzt von der Staatsanwaltschaft analysiert und bewertet; auch die Familie Gräff dürfe die Ermittlungsergebnisse einsehen und eine Stellungnahme abgeben. Dies werde noch „geraume Zeit“ dauern, sagt der Chef-Staatsanwalt. Erst danach soll die Öffentlichkeit informiert werden. 

Bahnbrechend neue Erkenntnisse sind nach Volksfreund-Informationen aber nicht zu erwarten, auch wenn sich Fritzen dazu derzeit nicht äußern will. Immerhin räumt der Chef-Ermittler ein, dass seit Anfang Oktober keine neuen Hinweise mehr eingegangen sind. In den fünf Monaten zuvor waren es 81. Eine heiße Spur war aber nicht darunter, heißt es. Somit dürften die genauen Umstände des Todes der im Juni 2007 unter mysteriösen Umständen verschwundenen Trierer Studentin weiter unklar bleiben. 

Tanja Gräffs sterbliche Überreste waren Anfang Mai vergangenen Jahres bei Rodungsarbeiten am Fuß der roten Felsen im Trierer Stadtteil Pallien durch Zufall entdeckt worden. 

Die Ermittler gehen davon aus, dass die 21-Jährige den an dieser Stelle 50 Meter hohen Felsen hinabgestürzt ist. Nach Ansicht des Mainzer Gerichtsmediziners Reinhard Urban starb Tanja Gräff an den Folgen des Sturzes. Urban fand bei der Untersuchung des Skeletts und der Kleidung keinerlei Anzeichen dafür, dass die junge Frau einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Aber er konnte auch nicht ausschließen, dass Tanja damals in den Tod gestoßen wurde. So bleibt die Kernfrage – Verbrechen oder Unglück? – weiter unbeantwortet. 

Auch das bei dem Skelett gefundene Handy Tanjas brachte die Ermittler allem Anschein nach nicht weiter, auch wenn noch Daten im Speicher ausgelesen werden konnten, wie es seinerzeit hieß. Der Leitende Oberstaatsanwalt wollte sich dazu ebenfalls nicht äußern.

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