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Melkroboter, Drohnen und Sensoren: Die Landwirtschaft wird digital

In der Region arbeiten viele Betriebe schon jetzt mit Zukunftstechnologie

(Trier) Vom Verbraucher weitgehend unbemerkt hat digitale Technik die Landwirtschaft revolutioniert. Auch in der Region Trier gehören Melkroboter oder selbstfahrende Traktoren zum Arbeitsalltag vieler Landwirte. Experten sind überzeugt, dass das die Zukunft ist.

10.03.2016
Von Katharina de Mos
Dank der bunten Bildchen auf Milchverpackungen denkt so mancher beim Wort melken noch immer an Milchkannen, Melkschemel und Bauern, die beherzt selbst zugreifen. Dabei ist die Realität in den meisten Ställen Lichtjahre von solchen Klischees entfernt. Modernste Digitaltechnik übernimmt inzwischen einen Teil der bäuerlichen Arbeit. Das Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) Eifel betont, dass die Digitalisierung der Landwirtschaft auch in der Region Trier schon weit fortgeschritten sei. 

Die Branche erlebt derzeit einen rasanten Wandel. Nicht alle Betriebe überleben das: Seit 1999 hat sich die Zahl der rheinland-pfälzischen Landwirte auf 18.000 halbiert. Rund 5000 davon leben in der Region. 
Die Statistiken zeigen, dass die verbleibenden Betriebe immer größere Flächen bewirtschaften, immer mehr Tiere halten, immer mehr Milch liefern. „Die Betriebe müssen immer produktiver sein. Die Automatisierung ist ein gutes Mittel, um das zu erreichen“, sagt Stefan Hartmann vom Lely-Center Bitburg, das Roboter für die Stallarbeit verkauft. 
In rund 270 regionalen Höfen melken laut Hartmann nun Roboter die Kühe, messen Milchtemperatur, Eiweißgehalt oder Wiederkäuaktivität und teilen dem Bauern mit, wann eine Kuh brünstig ist. 

Auch auf dem Feld kommt Hightech zum Einsatz: Traktoren fahren mithilfe präziser Navigationssysteme selbstständig in optimalen Bahnen über den Acker, während Sensoren berechnen, wie viel Dünger nötig ist. Wegen der niedrigen Milch- und Getreidepreise wird aktuell weniger investiert. Dennoch ist Jörg Weickel vom DLR Bad Kreuznach überzeugt: „Das ist die Zukunft.“ Sein Haus stellt Landwirten kostenlos digitale Karten zur Verfügung. Auch beim DLR Eifel läuft laut Jutta Heyen vieles digital. So bieten die Experten Internet-Seminare an, sie beraten Landwirte beim Ausfüllen digitaler Förderanträge und liefern online ortsspezifische Prognosen für den Pflanzenschutz. 
Im Weinberg wird erprobt, ob Drohnen den Pflanzenschutz in Steillagen übernehmen könnten. 

Die Zukunft hat längst begonnen: Ein Stückchen Star Wars im Stall und auf dem Acker

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