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Nach dem Tornado-Absturz: Parteien verlangen Abzug von Atomwaffen aus Büchel

(Mainz/Laubach) Nur wenige Flugsekunden bis zur Katastrophe: Die Stelle, an der der Bundeswehr-Tornado am Donnerstagabend abgestürzt ist, liegt 20 Kilometer vom Fliegerhorst Büchel entfernt. Dort werden bis zu 20 Atombomben aus den Zeiten des Kalten Kriegs gelagert. Dossier zum Thema: Tornado-Absturz bei Laubach

17.01.2014
Frank Giarra
Der Absturz eines Kampfjets in der Eifel schreckt die politischen Parteien in Rheinland-Pfalz auf. SPD, CDU und Grüne fordern, die Ursachen zu klären. Letztere und die Linken wollen den Abzug der in Büchel vermuteten Atomwaffen. 

Große Betroffenheit und große Erleichterung, dass nicht noch Schlimmeres passiert ist: Diese Einschätzung teilen die Parteien im Land. Innenminister Roger Lewentz (SPD) sagt dem Volksfreund: „Ich gehe davon aus, dass die Bundeswehr die Ursache schnell und transparent aufklärt.“ Man dürfe aus dem Unglück keine Grundsatzdebatte ableiten. „Wer eine funktionierende Landesverteidigung haben will, muss dafür sorgen, dass die Luftwaffe fliegen kann.“

CDU-Chefin Julia Klöckner kommentiert: „Es muss aufgeklärt werden, woran es lag und ob es strukturelle Mängel gibt.“ Ähnlich äußert sich der Grünen-Landesvorsitzende Thomas Petry: „Wir stellen nicht grundsätzlich die Sicherheit infrage, allerdings muss die Ursache geklärt werden, um die Sicherheit für die Bevölkerung zu gewährleisten.“

Die Grünen hätten kein Problem mit der Bundeswehr in der Eifel, „aber mit den vermuteten Atombomben“. Seit Jahrzehnten seien diese in Friedens- und Ostermärschen Stein des Anstoßes und gehörten friedlich entsorgt. Die Grünen wollen den Unfall im Landtag thematisieren, kündigt der parlamentarische Geschäftsführer Nils Wiechmann an.

Die Triererin Katrin Werner, Landesvorsitzende der Linken, kommentiert: „Es ist unerträglich, dass Bundestag und Landtag die USA seit Jahren fruchtlos auffordern, die in Büchel stationierten Atomwaffen abzuziehen – die Bundeswehr aber andererseits fast täglich den Abwurf genau der Bomben übt, die man angeblich nicht haben will.“

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