region/rlp
aus unserem Archiv vom 25. Mai 2012
Kommentare: Kommentare zeigen Ort: Baku/Osburg Drucken  E-Mail

Osburger beim ESC in Baku dabei

Schräge Kandidaten und bunter Retro-Mix erwarten die Besucher des Eurovision Song Contest in Baku, dessen Finale heute Abend über die Bühne läuft. Einer der Gäste ist aus Osburg (Kreis Trier-Saarburg) angereist.

Podcast
Fotostrecke
Das Finale des Eurovision Song Contest wird schräg, bunt und voller Retro-Pop: Im ersten Halbfinale qualifizierten sich am Dienstagabend unter anderem die russischen Omas der Gruppe Buranowskije Babuschki und die hyperaktiven irischen Jedward-Zwillinge mit ihren Partysongs Afür den Wettbewerb am Samstag. Am Donnerstag löste beim zweiten Halbfinale unter anderen die Schwedin Loreen ihr Ticket fürs Finale.

Die Halbfinalisten präsentierten eine bunte Mischung aus Pop-Rock, mythischen Klängen, Folklore-Pop und Tanzeinlagen — oft mit einem Schuss Retro-Chic aus den 1970er Jahren versehen.
25 Sänger und Bands werden beim ESC-Finale zusammen mit dem deutschen Teilnehmer Roman Lob um die europäische Musikkrone wetteifern. Der 21-Jährige tritt mit der Ballade "Standing still" an. Den Einzug ins Finale schafften unter anderem die stimmgewaltige Rona Nishliu mit ihrer Gänsehaut-Ballade "Suus" für Albanien sowie die sechs skurrilen Omis zwischen 43 bis 76 Jahren aus dem russischen Dorf Buranowo. "Ich hatte Angst zu singen. Da war so viel Lärm in der Halle, dass man sich selbst nicht hören konnte", sagte die 73-jährige Galina Konewa vor Journalisten. Die Buranowskije Babuschki aus der Wolga-Region Udmurtien mit ihren roten Trachten, Kopftüchern und Bastschuhen sind mit der Ethno-Pop-Nummer "Party for Everybody" längst Kult in Baku.

Zum zweiten Mal hintereinander schafften die Jedward-Zwillinge aus Irland den Sprung in die Samstagshow. Ihren Gute-Laune-Hit "Waterline" präsentierten sie um einen Springbrunnen in glitzerndem Science-Fiction-Look nicht mit der kultigen Föntolle, sondern mit platten Haaren. Beim ESC in Düsseldorf voriges Jahr landeten sie auf Rang acht.

Für Litauen qualifizierte sich Donny Montell, der seinen Titel "Love Is Blind" direkt mit Augenbinde präsentierte. Die ukrainische Sängerin Gaitana sorgte mit einer Kombination aus Soul und Eurotrash für Furore.
Als Favoritin für den Titel wird die Schwedin Loreen gehandelt. Sie trat barfuß auf die Bühne und präsentierte ihren Song "Euphoria". Mit landestypischem Pop war der türkische Kandidat Can Bonomo erfolgreich - er hatte gleich eine ganze Armada von Tänzern dabei. Mit Kopfstimme und Discopop hat sich Tooji aus Norwegen gegen die Konkurrenten im Halbfinale durchgesetzt.

Experten geben die Gesamtkosten für den European Song Contest mit 629,8 Millionen Euro an, davon etwa ein Drittel allein für die Arena. Das sei der höchste Betrag, der je für einen Grand Prix ausgegeben wurde, hieß es.
Die Führung des Landes spricht hingegen von ESC-Kosten von rund 50 Millionen Euro. Die Arena und andere Infrastrukturobjekte dürften bei der Aufstellung der Kosten nicht mitgerechnet werden, da sie über den ESC hinaus genutzt würden, betonte ein Regierungsvertreter. dpa/mem
Extra
Qualifikation für das Finale: 18 Kandidaten aus 36 Nationen sind im ersten und zweiten Halbfinale am Dienstag und Donnerstag gegeneinander angetreten. Jeweils zehn haben sich pro Show für das Finale qualifiziert. Automatisch qualifiziert sind die fünf großen Geldgeber der Eurovision - Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien und Frankreich sowie das Gastgeberland Aserbaidschan. Im ersten Halbfinale am Dienstag haben sich Irland, Russland, Albanien, Griechenland, Island, Moldau, Rumänien, Ungarn, Zypern und Dänemark qualifiziert. Im zweiten Halbfinale waren Litauen, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Mazedonien, Ukraine, Estland, Schweden, Türkei, Malta und Norwegen erfolgreich. Im Finale kämpfen somit insgesamt 26 Kandidaten um den Titel.
Extra
Horst Dewald aus Osburg (Landkreis Trier-Saarburg) ist einer der engagiertesten ESC-Fans der Region: Der 54-Jährige, der als medizinisch-technischer Assistent in der Trierer Mutterhaus-Klinik arbeitet, ist mit seinem Fan-Club zum Song-Contest-Finale nach Baku gereist. TV-Redakteur Hans-Peter Linz hat mit ihm gesprochen.

Wie groß ist Ihre Fangruppe in Baku, aus welchen Regionen kommen die Fans?
Wir sind hier mit zwei deutschen Fan-Clubs. Von unserem Club sind etwa 70 Fans hier. Die Leute kommen aber aus ganz Deutschland.
Wie erleben Sie persönlich Aserbaidschan?
Ich erlebe die Menschen hier als sehr freundlich und aufgeschlossen. Ständig wird einem Hilfe angeboten. Die Stadt ist sehr sauber. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hier sehr hoch, was viel Zeit kostet, aber alle sind sehr nett.
Haben Sie von Ausschreitungen oder Demonstrationen erfahren oder sie selbst miterlebt?
Ausschreitungen habe ich selbst nicht erlebt. Ich höre immer nur davon in den Medien
Wie erscheint Ihnen die wirtschaftliche Situation des Landes, wie leben die Menschen dort?
Ich denke, dass es den Menschen nicht schlecht geht. Baku ist "Boomtown", überall wird neu gebaut. Ich habe in den vergangenen 13 Tagen erlebt, wie schnell hier Projekte fertiggestellt werden. Man kommt sich vor wie in jeder anderen europäischen Stadt.
Haben Sie Roman Lob und Thomas D. getroffen? Wie ist die Stimmung?
Ich habe Roman Lob und Thomas D. bei der deutschen Party kurz getroffen. Roman ist sehr entspannt und genießt das Ganze hier. Ich denke, das große Zittern kommt am Samstagabend. Ich drücke ihm natürlich ganz fest die Daumen, und alle Fans hier werden ihn nach allen Kräften unterstützen.

 




Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren:


Kommentare via facebook





Anmeldung
Benutzer: Passwort:
Login merken

Sie haben noch keinen Login? Hier kostenlos registrieren.
Haben Sie Ihr Passwort vergessen?