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Polit-Duell Dreyer gegen Klöckner elektrisiert die Wähler im Land

Anstieg der Wahlbeteiligung erwartet - Abstand zwischen SPD und CDU nimmt weiter ab

(Trier) Keine Spur von Politikverdrossenheit: Das Interesse an der Landtagswahl ist hoch. Alle Parteien melden gut besuchte Veranstaltungen. Die Wahlbeteiligung wird nach Ansicht von Experten erneut steigen. Und der Abstand zwischen CDU und SPD sinkt weiter. Dossier zum Thema: Landtagswahl 2016

22.02.2016
Rolf Seydewitz
Knapp drei Wochen vor der Landtagswahl wächst die Spannung: Nach einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa verliert die CDU weiter an Zustimmung und liegt mit 35 Prozent nur noch zwei Prozentpunkte vor der SPD. Die Grünen kämen auf neun Prozent, die AfD auf 8,5 Prozent und die Liberalen auf sieben Prozent. Die Linken würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern. Da es weder für Schwarz-Gelb noch für Rot-Grün reichen würde, stehen die Zeichen weiter auf große Koalition.

Oppositionschefin Julia Klöckner (CDU) wäre dann wohl neue Regierungschefin. Doch der Abstand zur SPD wird geringer - und die Nervosität der Christdemokraten wächst. Wohl der Hauptgrund, warum Klöckner in der Flüchtlingsfrage zunehmend auf Konfrontationskurs zu Bundeskanzlerin Angela Merkel geht.

Das Interesse an der Landtagswahl ist derweil ungewöhnlich hoch. Alle Parteien mit Chancen auf Einzug in den nächsten Mainzer Landtag meldeten zuletzt mehr als gut besuchte Veranstaltungen. Der Trierer Politikwissenschaftler Uwe Jun glaubt, dass wegen des Migrationsthemas und des interessanten Polit-Duells Dreyer gegen Klöckner die Wahlbeteiligung steigen dürfte. Vor fünf Jahren lag sie bei knapp 62 Prozent. Von einer höheren Wahlbeteiligung profitieren laut Jun normalerweise linke Parteien. In Rheinland-Pfalz dagegen habe häufig die CDU ihr Wählerpotenzial nicht ausgeschöpft.

Und welche Themen werden auf der Zielgeraden den Wahlkampf bestimmen? Die Flüchtlingskrise, das Frauenduell und der Umgang mit der AfD, sagt der Mainzer Politikprofessor Kai Arzheimer, daneben Bildung und innere Sicherheit, sagt sein Kollege Thorsten Faas.

Der TV gibt heute einen Überblick über die Programme der sechs aussichtsreichsten Parteien.



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