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Prozessauftakt in Trier: Flüchtling soll Ehefrau im Streit erschlagen haben

Polizei spricht von schwerster Straftat eines Asylbewerbers in Rheinland-Pfalz seit Jahren

(Trier) Ehestreit mit tödlichem Ausgang: Ein 32-jähriger Asylbewerber aus Syrien soll im Sommer seine Frau so schwer verletzt haben, dass sie starb. Der mutmaßliche Täter muss sich ab Donnerstag vor dem Landgericht Trier verantworten.

16.03.2016
Rainer Neubert
Es ist laut Polizei seit Jahren die schwerste Straftat, die einem Asylbewerber zur Last gelegt wird. Der Syrer bewohnte im Sommer mit seiner Frau und drei kleinen Kindern ein Zimmer in der damals überfüllten Erstaufnahmeeinrichtung in Trier-Nord.

Am 17. August soll es dort laut Anklageschrift zwischen dem Ehepaar zu einem Streit gekommen sein, bei dem der Mann mit einem Bein des Zimmertisches auf den Kopf seiner Frau eingeschlagen haben soll. Sie soll an den ihr dabei zugefügten Verletzungen gestorben sein. Die Kinder – dreijährige Zwillinge und ein Säugling – seien vermutlich Zeugen des blutigen Verbrechens geworden, sagte damals die Staatsanwaltschaft. Der mutmaßliche Täter – er muss sich ab Donnerstag vor dem Landgericht verantworten – wurde am selben Tag festgenommen. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

2015 gab es keinen vergleichbaren Fall in Rheinland-Pfalz. Das zeigt die vorläufige Kriminalitätsstatistik der Polizei. Demnach gingen von Januar bis Oktober des vergangenen Jahres 4080 der insgesamt etwa 225.000 registrierten Straftaten in Rheinland-Pfalz – weniger als zwei Prozent – auf das Konto von Asylbewerbern. Der Schwerpunkt liegt laut Polizeipräsidium Trier mit einem Drittel im Bereich der Eigentumsdelikte, insbesondere des Ladendiebstahls.

Rund 1000, also etwa ein Viertel der Straftaten, fallen in den Bereich Rohheitsdelikte, zu denen Körperverletzung und Straftaten gegen die persönliche Freiheit gehören. Polizeisprecherin Sabine Bamberg sagt: „Häufig wurden diese untereinander begangen.“ Die genauen Zahlen für 2015 gibt das Mainzer Innenministerium am 4. April bekannt. Allerdings ist laut Polizei bereits absehbar, dass Asylbewerber statistisch gesehen nicht so häufig straffällig würden wie die Durchschnittsbevölkerung in Deutschland.

Demgegenüber hat die Polizei von Januar bis Oktober 2015 insgesamt 22 Angriffe mit zum Teil rechtsmotiviertem Hintergrund gegen Flüchtlingsunterkünfte in Rheinland-Pfalz registriert. Als Gewaltdelikte eingestuft werden dabei ein Landfriedensbruch und fünf Brandstiftungen an teilweise noch im Bau befindlichen Flüchtlingsunterkünften. 

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