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Schneefall in den Höhenlagen: Räumdienste im Dauereinsatz - Nachschlag für Wintersportler

(Trier) Erneuter Schneefall hat am Freitag für Verkehrsbehinderungen vor allem in den Höhenlagen von Eifel, Hochwald und Hunsrück gesorgt. Auf vielen Straßen lag dort am Freitag zeitweise eine zehn Zentimeter dicke Schneedecke. Die Polizei meldet diverse kleinere Unfälle mit Blechschäden. Immerhin kommen Wintersportler noch einmal auf ihre Kosten: Am Erbeskopf, wo schon das Ende der Saison verkündet worden war, laufen am Samstag doch noch einmal die Lifte.

04.03.2016
Redaktion
Nach Angaben eines Sprechers der Polizei in Trier seien vor allem Straßen in Höhenlagen betroffen. So liege auf der A 1 teilweise eine geschlossene Schneedecke, es habe mehrere kleinere Unfälle gegeben. Die Streufahrzeuge seien im Dienst, teilte die Autobahnpolizei in Schweich mit. Am Nachmittag ging es etwa auf der A 1 zwischen Manderscheid und Mehren nur langsam voran. Auch aus dem Bereich Daun wurden glatte Straßen gemeldet. Die Straßenmeistereien sind pausenlos im Einsatz. 

Dichter Schneefall hat den Räumdiensten am Freitag auch im Raum Hermeskeil und Zerf zu schaffen gemacht. Schon morgens hatte es angefangen zu schneien, im Verlauf des Vormittags wurden die Flocken immer dicker. "Wir hatten extrem starken Schneefall etwa ab 12.30 Uhr, genau zu der Zeit, als die Schule beendet war", berichtet Wolfgang Wahlen von der Masterstraßenmeisterei in Hermeskeil am späten Nachmittag. Nach seiner Kenntnis seien einige Schulbusse ausgefallen. Die Straßenmeisterei sei mit allen verfügbaren Fahrzeugen im Einsatz: "Ich nehme an, dass wir bis heute Abend um 22 Uhr durchfahren."

Die Lage habe sich am Nachmittag "allmählich entspannt", die Straßen seien weitgehend geräumt. "Verzögerungen" habe es dabei im Bereich Zerf, Kell und Waldweiler gegeben, weil dort "einige LKW liegen geblieben" seien. Das bestätigt die Polizei Saarburg auf TV-Anfrage. Davon abgesehen habe es allerdings "keine größeren Unfälle" gegeben. Gleiches teilt die Polizei Hermeskeil mit: "Einige Autos sind in den Graben gerutscht, aber dabei sind weder Personen verletzt noch Fahrzeuge beschädigt worden." 

So geriet ein BMW auf der K 139 bei Serrig in den Graben und ein LKW mit offener Ladung rutschte auf der B268 kurz vor Greimerath auf den unbefestigten Randstreifen. Es blieb bei Sachschäden. Beide Fahrzeuge mussten geborgen werden.

Im Hunsrück stellten sich mehrere LKW quer, zwei von ihnen auf der B 269 zwischen Morbach und Birkenfeld. Es habe laut Polizei Morbach zudem zwei Unfälle gegeben - allerdings nur mit Blechschäden, Menschen seien nicht verletzt worden. Straßen seien nicht gesperrt. 

Aufgrund anhaltender Schneefälle und starken Regens im nördlichen Saarland mussten die beiden für heute Abend vorgesehenen Wertungsprüfungen 1 und 3 (18.21 Uhr und 19.59 Uhr) der ADAC Saarland-Pfalz Rallye aus Sicherheitsgründen abgesagt werden.

Starker Schneefall verbunden mit dementsprechend glatten Fahrbahnen behindern seit dem frühen Nachmittag auch den Verkehr im Hunsrückbereich der Verbandsgemeinde Zell. Während die B421 im Bereich Blankenrath und Zeller Berg zwischenzeitlich wieder frei geräumt werden konnte, ist nach Polizeiangaben am frühen Abend insbesondere noch die L202 zwischen Blankenrath und Altstrimmig betroffen. "Auf allen Straßen läuft der Verkehr, wenn auch langsam", heißt es seitens der Polizei Zell. Mehrere querstehende Busse und Lastzüge hatten kurzzeitig auf den betroffenen Straßen für Behinderungen gesorgt.

Der Deutsche Wetterdienst rechnete für den Freitag bis zum Abend mit Schneefall in Mengen von bis zu 15 Zentimetern oberhalb von 400 Metern.

Lifte am Erbeskopf laufen - Rodeln am Dollberg

Die neuerlichen Schneefälle dürften vor allem Wintersportler freuen: Nach Auskunft des Skiclubs Dollberg ist die Wintersportanlage am Dollberg bei Neuhütten (VG Hermeskeil) am Wochenende in Betrieb. Ähnlich wie am Erbeskopf geht der Vereinsvorsitzende Hans-Josef Schmitt nicht davon aus, dass es zum Ski fahren reichen wird. Aber die kostenlose Rodelbahn und die Skihütte sind auf jeden Fall geöffnet. 

Heftiger Schneefall im Hunsrück sorgte bei den Verantwortlichen für die Wintersportanlage am Erbeskopf offenbar kurzfristig für einen Sinneswandel. Die Deutsche Presseagentur (dpa) hatte nach einem Gespräch mit dem Betriebsleiter Klaus Hepp gemeldet, dass die Skisaison am Erbeskopf nach nur insgesamt vier Tagen de facto zu Ende sei. Das habe Hepp der Agentur mitgeteilt.

"Die Lust auf Schnee war vorhanden, wurde aber aufgrund der Witterungsverhältnisse nicht erfüllt", sagte Hepp. Rodeln sei am Erbeskopf aber noch gut möglich.Zwar sei für die nächsten Tage noch Schnee gemeldet, aber Hepp gehe nicht davon aus, dass die Lifte nochmals laufen.

Am Freitagabend gegen 20 Uhr kam dann die Pressemitteilung mit der gegenteiligen Information. Darin heißt es: "Dank ordentlichem Schneezuwachses" sei am Samstag auf der höchsten Erhebung in Rheinland-Pfalz wieder Skifahren und Rodeln möglich. Die Schneehöhe betrage im Mittel 12 bis 15 Zentimeter. Die Lifte laufen am Samstag von 11 bis 18 Uhr. 

Bislang fällt das Ergebnis des Wintersportbetriebs am Erbes8kopf in dieser Saison aufgrund des milden und schneearmen Winters eher mager aus. In der vorherigen Saison gab es 47 Tage Liftbetrieb.(red/cweb/whrc)


Rallye: Erste Prüfungen aus Sicherheitsgründen abgesagt

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