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Unwetter über Trier und der Eifel: Bäume umgekippt, Zug blockiert, Strom ausgefallen

(Trier/Auw an der Kyll/Konz/Bitburg/Daun/Prüm) Ein Unwetter am Donnerstagabend hat etliche Bäume in Trier und der Eifel entwurzelt. Rund um Bitburg gab es nach Angaben der Polizei zudem einen größeren Stromausfall. Probleme gab es auch auf den Gleisen: Ein umgestürzter Baum blockierte eine Regionalbahn auf der Kyllstrecke.

20.06.2013
mc/mic/Agentur Siko/sve/mai
Der von Frankreich kommende, orkanartige Sturm hatte gegen 20.30 Uhr eingesetzt. Innerhalb kurzer Zeit kam Starkregen herunter, begleitet von Hagel und Orkanböen. Zuvor hatte der Deutsche Wetterdienst vor Niederschlagsmengen von bis zu 30 Litern pro Quadratmeter in der Stunde gewarnt, Bäume und Äste könnten herunterfallen. Während der Sturm rasch über Trier und Umgebung Richtung Norden hinwegzog, galt für die Eifel noch bis Mitternacht eine Unwetterwarnung.
Bäume stürzen auf Straßen
Nach Angaben von Hans-Günther Lanfer, Pressesprecher der Stadt Trier, waren die Berufsfeuerwehr und alle freiwilligen Feuerwehren in der Moselstadt im Einsatz. Zwei Bäume kippten im Bereich Kiewelsberg/Hawstraße und Kronprinzenstraße auf Oberleitungen. In der Luxemburger Straße, der Bergstraße und am Katharinenufer fielen Äste auf die Fahrbahn.

Das städtische Grünflächenamt der Stadt Trier bittet die Bürger um erhöhte Vorsicht beim Aufenthalt in städtischen Grünanlagen und auf baumbestandenen Flächen wie Friedhöfen, da etwa Äste herabfallen könnten.

In der Neustraße wurden von dem Sturm Teile eines Daches abgedeckt. Wasserschäden blieben, so die Stadt unter Verweis auf Feuerwehrchef Herbert Albers-Hain, aus. In der Paulinstraße stürzten mehrere Bauzaunelemente aus Metall auf vier Autos, der Sachschaden beläuft sich auf rund 1500 Euro. 

Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm und im Landkreis Vulkaneifel mussten die Wehren ausrücken. Bis etwa 22.15 wüteten weitere Stürme und starke Schauer in den Verbandsgemeinden Prüm, Arzfeld und Obere Kyll. 

In der Vulkaneifel fielen, vor allem im Bereich Gerolstein, mehrere Bäume um, zu größeren Schäden kam es dadurch jedoch nicht.  

Nach dem Unwetter am Abend verzeichnet die Polizei Prüm unter anderem „flächendeckend Bäume auf der Fahrbahn“, sagt Hauptkommissar Ferdinand Spartz. In der Ortsgemeinde Wawern  (VG Prüm) fiel ein Maibaum in eine Hochleitung, im Ort wurden mehrere Häuser vom Sturm teils abgedeckt, den Schaden beziffert die Polizei auf rund 40.000 Euro. Zehn Bäume fielen im Zuständigkeitsbereich der Polizei Prüm auf Straßen, in der Prümer Unterbergstraße stürzte ein Bauzaun auf ein Auto, dabei entstand ein Sachschaden von rund 2000 Euro. Die starken Regenfälle spülten auch in anderen Orten Bankette aus und schwemmten Geröll auf die Fahrbahn, für kurze Zeit war auch die Prümtalbrücke überflutet.

Der Regen des Vormittags war eine der Ursachen für einen Unfall, bei dem sich ein 47-jähriger Motorradfahrer schwere Verletzungen zuzog: Gegen 17.45 Uhr war der Mann auf der B410 in Dasburg zur luxemburgischen Grenze unterwegs. In einer Kurve war Geröll auf die Fahrbahn geschwemmt worden. Der Fahrer bremste zwar, kam jedoch ins Rutschen und stürzte. Nach Erstversorgung durch das DRK aus Arzfeld wurde er mit dem Rettungshubschrauber Christoph 10 in ein Krankenhaus gebracht.

Wegen umgestürzter Bäume waren am frühen Freitagmorgen im Eifelkreis Bitburg-Prüm immer noch die Nimstalstrecke (L5), die K 76 und die K 35 teilweise gesperrt, die Straßenmeistereien waren dort im Einsatz. Am Abend gab es auch auf der B 51 bei Bitburg  eine zeitlang Probleme mit umgestürzten Bäumen. Allerdings kam es nach Angaben der Polizei Bitburg dadurch nicht zu Unfällen, die meisten Autofahrer seien nach den Warnungen wohl zu Hause geblieben. Ein Schwertransport, der am Abend von Staffelstein in den Trierer Hafen fahren sollte, wurde wegen der Wetterlage abgesagt. 

Auch in der VG Neuerburg waren die Feuerwehren im Einsatz und in Bereitschaft, sagt Christian Hammes Pressesprecher der Feuerwehr Neuerburg. Die Wehren mussten vor allem bei Biesdorf, Utscheid und Nusbaum eingreifen, weil dort Bäume auf die Straße gefallen waren. 

Im Kreis Trier-Saarburg fielen nach Mitteilung von Kreissprecher Thomas Müller mehrere Stämme um, etwa in der Verbandsgemeinde Konz (Niedermennig) und Trier-Land (Wintersdorf, Kordel, Igel-Schauinsland und Ralingen). Kleinere Überschwemmungen gab es in Nittel, Tawern (VG Konz) und Konz. In der VG Schweich kippten bei Kenn und in Föhren Bäume um, in Leiwen wurden Weinfässer auf die Straße geweht. Auch in den Verbandsgemeinden Kell am See und Hermeskeil fielen Bäume um. Stadt und Kreis hatten im Vorfeld des Sturms vorsorglich Krisenstäbe eingerichtet, das Bürgertelefon der Stadt war bis 22 Uhr besetzt.

Zuglinie an der Kyll: Regionalbahn durch Baum blockiert
Zwangspause im unwegsamen Gelände: Die Fahrgäste einer aus Gerolstein Richtung Trier fahrenden Regionalbahn mussten wegen eines umgestürzten Baumes auf Höhe von Auw an der Kyll (Eifelkreis) nach 21.15 Uhr längere Zeit in ihrem Zug ausharren. Nach Angaben von Rudi Höser, Sprecher der Bundespolizei, wurden aber keine Fahrgäste verletzt. Der Baum lag quer auf den Gleisen. Nachdem die Strecke wieder frei war, konnte der beschädigte Zug seine Fahrt noch bis ins nächstgelegene Daufenbach fortsetzen. Dort konnten die Fahrgäste die Regionalbahn verlassen, sie wurden vom DRK betreut. Auch auf die Bahnstrecke Trier-Igel fielen Bäume, sie wurden aber nach kurzer Zeit wieder geräumt.
Stromausfall in der Eifel
Durch den Sturm fiel zudem der Strom in etlichen Orten des Eifelkreises aus, betroffen waren am Donnerstagabend nach  Angaben der Polizei Bitburg rund 50 Gemeinden in den Verbandsgemeinden Bitburg-Land, Arzfeld, Neuerburg, Prüm, Gerolstein, Daun und Kyllburg sowie Teile der Stadt Bitburg. Gegen 7 Uhr am Freitagmorgen fehlte der Strom noch unter anderem in den Orten Oberweiler, Niederweiler, Ließem, Heilenbach und in Teilen Bitburgs. Das RWE ist damit beschäftigt, die Stromversorgung wieder herzustellen. Durch den Stromausfall am Abend kam es nach Angaben der Polizei Bitburg auch zu Problemen mit Alarmanlagen, die verrückt spielten.
Unwetter am Donnerstagvormittag

Schon am Donnerstagvormittag hatten die Rettungskräfte in der Eifel Schwerstarbeit verrichten müssen. Auch im  im Kreis Trier-Saarburg gab es mehr als 100 Einsätze, ebenso waren an der Mosel die Wehren im Einsatz.


 

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