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Wanderfreunde sind besorgt: Eifelverein steckt in Schwierigkeiten - Mitgliederschwund und Finanzprobleme

(Trier/Prüm/Daun) Die Region hat sich in ein wahres Wanderparadies verwandelt. Doch der Eifelverein - mit 27.000 Wanderfreunden der größte Verein der Eifel - steckt in Schwierigkeiten. Wegen Mitgliederschwunds und finanzieller Sorgen erwägt er, Traditionswege stillzulegen und die Manderscheider Niederburg zu verkaufen.

24.01.2016
Katharina de Mos und Helmut Gassen
Wandern boomt und in der Region Trier gibt es so viele prämierte Wanderwege wie noch nie: 4000 landschaftlich reizvolle Kilometer locken Touristen aus aller Welt Richtung Eifel, Mosel und Hunsrück. Und ausgerechnet jetzt, wo das Wandern sich vom Kniestrumpf-Image befreit hat, gerät der Riese, Vorreiter und treue Wegbegleiter dieser Entwicklung ins Stolpern: Dem Eifelverein, der dafür sorgt, dass auf Eifel-, Ahr- oder Moselsteig alles tipptopp ist, geht es nicht gut.

Zwar hat der fest in der Region verankerte Verein noch immer beachtliche 27.000 Mitglieder - doch verliert er mit dem demografischen Wandel jährlich 500. Und die die bleiben, werden - wie der Rest der Gesellschaft - immer älter. Aus finanziellen und personellen Gründen erwägt die Vereinsspitze daher nun, Ausgaben zu reduzieren und Aufgaben abzugeben. Konkret heißt das: Es steht zur Debatte, die kostenintensive Niederburg in Manderscheid - ein beliebtes Ausflugsziel - zu verkaufen. An wen, ist offen. Darüber hinaus prüft der Verein, einen Teil seiner traditionellen Hauptwanderwege aufzugeben, darunter auch jene von Manuel Andrack viel gerühmte Strecke, die von der Erft über die Lieser zur Mosel führt sowie den Moselhöhen-Weg, der durch den neuen Moselsteig Konkurrenz bekommen hat. "Ich finde das traurig. Da werden Wege, die mehr als 100 Jahre alt sind, plötzlich platt gemacht", sagt ein Vereinsmitglied aus der Verbandsgemeinde Konz.

"Wir können nicht mehr weitermachen wie bisher", betont die Hauptvorsitzende Mathilde Weinandy. Fehlen dem Verein wegen des Mitgliederschwunds doch Einnahmen sowie Freiwillige, die sich um die Wege kümmern. Dem enttäuschten Vereinsmitglied zufolge könnte Letzteres allerdings auch daran liegen, dass Wegepaten für die Eifelvereinswege pro Kilometer bloß fünf Euro bekommen, während es auf den Premiumwegen 20 Euro gibt.

Touristen würden die Strecken des Eifelvereins eher nicht vermissen, glaubt Wolfgang Reh, stellvertretender Geschäftsführer der Eifel Tourismus GmbH - sie kämen wegen der zertifizierten Wege. Wohl aber die Menschen, die in der Region leben. Eine der Stärken des Vereins sei es, soziale Verantwortung zu übernehmen. "Die Ortswandergruppen organisieren Gemeinschaft", sagt Reh.

Eifelverein hat steinigen Weg vor sich - Immer weniger Mitglieder: Wanderfreunde erwägen Abgabe von Routen und Verkauf der Manderscheider Burg

 

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