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Warum die Landtagswahl im März bis zum Schluss spannend bleibt

Ab sofort ist in Rheinland-Pfalz Briefwahl möglich – doch viele entscheiden sich erst spät

(Trier) Fast 3,1 Millionen Wahlberechtigte sind dazu aufgerufen, in Rheinland-Pfalz ihre Stimmen für die Landtagswahl am 13. März abzugeben. Per Briefwahl kann ab sofort abgestimmt werden. Politologe Uwe Jun von der Uni Trier sagt allerdings, dass viele Wähler erst spät entscheiden, wo sie ihre Kreuze machen. Dossier zum Thema: Landtagswahl 2016

16.02.2016
Florian Schlecht
Früher war alles recht einfach: Entweder Arbeiter, in der Gewerkschaft und SPD-Anhänger – oder konservativ, katholisch, häufig in der Kirche und CDU-Wähler. Uwe Jun, Professor der Uni Trier, stellt klar, in welche großen politischen Lager sich die Gesellschaft aufteilte. „Diese klassischen Linien gibt es aber fast gar nicht mehr, die Menschen identifizieren sich immer weniger mit einer bestimmten Partei“, sagt der 52-Jährige.

Das hat Folgen für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz am 13. März. Gut jeder fünfte Wähler, sagt Jun, entscheidet erst kurz vor dem Wahltermin, bei welchem Einzelkandidaten (Erststimme) und welcher Partei (Zweitstimme) er seine Kreuze macht. Allen Umfragen zum Trotz könne so nach Abgabe aller Stimmen auch ein überraschendes Ergebnis herauskommen. „Aktuelle Themen können noch starken Einfluss nehmen“, sagt Jun. Er verweist auf 2011. Wenige Wochen vor der Landtagswahl kam es da zur Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima. „Auch unter dieser Stimmung haben die Grünen bei der Wahl 15,4 Prozent erhalten – in Rheinland-Pfalz ist das ihr bestes Ergebnis“, sagt Jun. Taktische Erwägungen spielen ebenso eine Rolle beim Wähler, sagt Thorsten Faas von der Uni Mainz. 

Wer noch unentschlossen ist, für den gibt es Hilfe wie den Wahl-O-Mat, ein kostenloses Internetprogramm, das persönliche Ansichten mit den Programmen der Parteien abgleicht. „Da gibt es die Möglichkeit zu gucken, wo man selber steht“, sagt Jun. 310.000 Menschen nutzten das Angebot bei der Wahl 2011.  Der Volksfreund beleuchtet den Wahl-O-Mat und beantwortet wichtige Fragen zum 13. März. Damit startet zugleich eine Serie, die Lesern helfen soll, sich zu informieren und zu orientieren. Auf Themenseiten stellt der TV Parteiprogramme vor (23. Februar), porträtiert Spitzenkandidaten (2. März) und bietet einen Überblick über die direkten Anwärter aus den regionalen Wahlkreisen (9. März). 636 Kandidaten bewerben sich laut Landeswahlleiter Jörg Berres um einen von 101 Plätzen im Landtag. 

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