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Wer beim Autofahren mit dem Handy spielt, riskiert sein Leben - Mehr Verkehrstote und Unfälle in der Region

(Trier) Die Zahl der Unfälle und Verkehrstoten in der Region und im Land ist deutlich gestiegen. Die Ablenkung durch die verbotene Nutzung des Handys beim Fahren könnte ein Grund dafür sein, meint der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz.

26.02.2016
Bernd Wientjes
Schnell mal die E-Mails checken, eine Nachricht über WhatsApp an den Freund schreiben - und das alles, während man mit Tempo 100 über die Autobahn fährt. Ein sträflich unterschätztes Risiko, meint der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC). Denn eine Sekunde Unachtsamkeit bei Tempo 100 bedeutet laut ADAC 27 Meter Blindflug. Und damit ein hohes Unfallrisiko.

Davor warnte gestern auch der rheinland-pfälzische Verkehrsminister Roger Lewentz (SPD) bei der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik. Die hohe Ablenkungsanfälligkeit junger Autofahrer zwischen 18 und 24 Jahren könnte, so der Minister, eine Erklärung sein, warum im vergangenen Jahr 39 junge Menschen bei Unfällen auf rheinland-pfälzischen Straßen ums Leben gekommen sind - elf mehr als noch 2014. Im Bereich des Polizeipräsidiums Trier starben neun junge Fahrer, 2014 waren es drei.

4892 Unfälle mit 18- bis 24-Jährigen wurden registriert, 214 mehr als im Jahr zuvor. Damit sei diese Risikogruppe an mehr als einem Fünftel aller Verkehrsunfälle in der Region beteiligt gewesen, teilte die Polizei mit.

Insgesamt ereigneten sich auf den Straßen der Region im vergangenen Jahr 22.668 Unfälle, ein Anstieg um 1223. 40 Unfallopfer kamen ums Leben (2014 waren es 34).

Zwar sind laut Polizeistatistik noch immer zu geringer Abstand, Fehler beim Abbiegen oder Wenden und Rasen die häufigsten Unfallursachen. Doch oft lässt sich die genaue Ursache gar nicht feststellen.

Die Polizei schließt nicht aus, dass Unfallverursacher durch die unerlaubte Nutzung des Handys (auch das Lesen einer SMS oder der Uhrzeit ist verboten) abgelenkt wurden und dann zu dicht aufgefahren oder von der Straße abgekommen sind. Polizeiexperten wollen daher schwere Unfälle, die sich in der Region ereignet haben, deren Ursache aber noch nicht geklärt ist, erneut untersuchen.

Laut Minister Lewentz steigt das Unfallrisiko beim Telefonieren während des Fahrens um das Zwei- bis Dreifache. Besonders junge Fahrer ließen sich leicht ablenken. Nach Angaben des ADAC spielt die Ablenkung als Unfallursache eine ähnlich große Rolle wie Alkohol. Experten schließen nicht aus, dass 50.000 Unfälle pro Jahr in Deutschland passieren, weil der Fahrer mit dem Handy spielt.
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