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Zu viel Plastikmüll: Droht Zwangsabgabe für Tüten?

(Trier/Berlin) Weil zu wenige Geschäfte freiwillig Gebühren für Plastiktüten verlangen, um diese zu reduzieren, droht die Bundesumweltministerin nun mit einer Zwangsabgabe für die Tragetaschen. Im Mainzer Wirtschaftsministerium setzt man weiter auf die freiwillige Selbstverpflichtung des Handels.

30.03.2016
Wer demnächst zur Apotheke geht, sollte sich einen Beutel mitnehmen, um seine Medikamente einpacken zu können. Wer keine Tüte dabei hat und eine braucht, der muss nämlich künftig dafür bezahlen. Genau wie in der Mayerschen Buchhandlung in Trier, wo man zusätzlich auf Tüten aus recyceltem Material setzt. 

Längst nicht in allen Geschäften werden – wie vom Einzelhandelsverband angekündigt – ab 1..April die Tüten nur noch gegen Geld abgegeben (der TV berichtete). So überlässt es etwa der Bäckerverband seinen Mitgliedsbetrieben, Geld für Plastiktüten zu verlangen. Begründung: Die zusätzlichen Kosten für die Kunden schadeten vor allem Kleinbetrieben. 

Doch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erhöht den Druck auf den Handel und droht mit der Einführung eines Zwangscents für die Kunststofftaschen. „Sollte die Selbstverpflichtung nicht funktionieren, werde ich eine ordnungsrechtliche Regelung auf den Weg bringen.“ Einen Zeitpunkt, wann ihre Geduld zu Ende ist, nannte man in Hendricks’ Ministerium nicht. Man hoffe auf eine Einigung noch im Mai, hieß es. Damit soll eine EU-Vorgabe umgesetzt werden, bis 2018 die Zahl der Plastiktüten zu reduzieren. 

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke (Grüne) geht davon aus, dass Handel und Bundesumweltministerium zu einer einvernehmlichen Lösung kommen werden, „etwa einer Selbstverpflichtung, die geeignet ist, das von der EU vorgegebene Verringerungsziel ohne eine gesetzliche Regelung zu erreichen“. Laut einer gestern veröffentlichten Umfrage finden es 80 Prozent der Deutschen gut oder sehr gut, wenn Plastiktüten Geld kosten, 53 Prozent sind gar für ein Totalverbot. wie/wk
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