region/rlp
11.08.2011
Dietmar Brück

CDU: Maximal fünf Millionen Euro für Formel 1

(Mainz/Nürburg) Die rheinland-pfälzische CDU macht sich weiter für den Verbleib der Formel 1 am Nürburgring stark - allerdings zu deutlich günstigeren Bedingungen als bisher.

Mainz/Nürburg. "Mehr als fünf Millionen Euro Defizit darf das Land nicht haben": CDU-Fraktionschefin Julia Klöckner macht im Gespräch mit unserer Zeitung klar, wo bei der Finanzierung der Formel 1 am Nürburgring für die Opposition die Schmerzgrenze liegt. Bislang beträgt der Landeszuschuss 13,5 Millionen Euro.
Der große Formel-1-Macher Bernie Ecclestone soll laut Betreiberfirma am Ring gut 16 Millionen Euro kassiert haben, damit der Rennzirkus in der Eifel überhaupt Station macht. Derzeit laufen die Verhandlungen für einen neuen Formel-1-Vertrag. Bis 2016 soll ein weiteres Rennen am Nürburgring stattfinden. Klöckner verlangt nun "Verhandlungen auf Augenhöhe" mit Ecclestone. "Der Nürburgring ist kein Bittsteller."

Aktuelle Stunde


Zugleich hegen die Christdemokraten weiter den Verdacht, dass das Land einen zu günstigen Konzessionsvertrag mit den Organisatoren des Rennens, der Automotive GmbH von Jörg Lindner und Kai Richter, geschlossen hat. "Hier wurde möglicherweise fahrlässig auf Einnahmen verzichtet, die dem Steuerzahler zugutekommen", so Klöckner.
Die CDU hat laut CDU-Wirtschaftsexperte Alexander Licht im Landtag für kommende Woche eine aktuelle Stunde auf die Tagesordnung gesetzt. Zudem wollen die Christdemokraten beantragen, regelmäßig über die Entwicklung der Cash Settlement & Ticketing GmbH (CST) informiert zu werden. Die CST ist für den bargeldlosen Zahlungsverkehr am Nürburgring zuständig. Der Rechnungshof hatte in der Vergangenheit massive Kritik am Geschäftsgebaren der CST erhoben. Vor allem der jetzige Nürburgring-Betreiber Kai Richter geriet in die Kritik. Mittlerweile untersucht die Koblenzer Staatsanwaltschaft den Vorgang.Interessantes Detail am Rande: Die 40 Millionen Euro Verlust, die sich durch die Formel 1 in früheren Zeiten aufgetürmt haben, sind mittlerweile im aktuellen Finanzbericht des Landes ausgewiesen worden. Addiert mit dem Defizit aus dem jüngsten Formel-1-Rennen sind Belastungen von insgesamt 53,5 Millionen Euro verzeichnet. DB