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Das Festival geht weiter: Live-Bericht von der Pressekonferenz bei Rock am Ring (Live-Video)

(Trier) Das Musikfestival mit 90.000 Besuchern geht nach der drohenden Terrorgefahr weiter. Dossier zum Thema: Rock am Ring

03.06.2017
Jörg Pistorius


Es geht los: Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz und Veranstalter Marek Lieberberg betreten das Mediacenter. 
Der Koblenzer Polizeipräsident Wolfgang Fromm erläutert die Hintergründe: Am Freitagvomittag erhielt das Polizeipräsidium Koblenz die Info, dass eine "Person nichtdeutscher Herkunft mit Verbindungen zum internationalen Terrorismus" Zugang zum Veranstaltungsbereich hatte. Zudem sei der Name dieser Person gefälscht gewesen. Deshalb sei das Festival unterbrochen worden. Fromm lobt die besonnenen und disziplinierten Fans.

Die Polizei erklärt, sie hätte "drei Personen aus Hessen" im Fokus gehabt, eine davon mit "Verbindungen zum islamistischen Terrorismus". Auch der Subunternehmer, der die Verdächtigen beschäftigt hat, wurde ermittelt. Erst im Lauf der Nacht habe sich dann herausgestellt, dass keine unmittelbar Gefahr für das Festival besteht. Die drei Personen wurden vorläufig festgenommen, wurden aber am Samstagmorgen wieder freigelassen. Die Ermittlungen dauern weiter an. 

Die Durchsuchung des Festivalgeländes hat ebenfalls keine Gefahren ergeben, sagt der Einsatzleiter bei Rock am Ring, Polizeidirektor Gerd Bertram.
Innenminister Roger Lewentz sagt: Eine dringende Gefahr konnte nicht ausgeschlossen werden, deshalb habe man entschieden, Rock am Ring am Freitagabend zu unterbrechen. Auch er lobt die disziplinierte und geordnete Räumung des Geländes. "Wir dürfen in diesen Dingen keine Risiken eingehen und müssen nach der Sicherheitslage entscheiden." Rock am Ring könne weitergehen.

Marek Lieberberg hatte am Freitag mit klarer Verärgerung auf die Unterbrechung seines Festivals reagiert (Volksfreund.de berichtete). Jetzt freut er sich sehr. "Wir setzen damit ein Zeichen für unsere Kultur." Vor allem die ruhige Reaktion der Fans deutet Lieberberg als bewusstes Zeichen. "Soviel Disziplin kann man kaum voraussetzen."
Die Journalisten im Mediacenter applaudieren nach der emotionalen Rede Lieberbergs.
Ein Journalist fragt, ob die Campingplätze nicht auch gefährdet waren. Die Polizei antwortet, die Verdächtigen hatten ja vor allem Zugang zum Festivalgelände. 

Ob die am Freitag ausgefallenen Auftritte nachgeholt werden, ist unklar und scheint unwahrscheinlich. Rammstein wird wohl nicht mehr spielen. Marek Lieberbergs Sohn André arbeitet hinter den Kulissen fieberhaft an einem neuen Programm.
Um 11.20 Uhr ist die Pressekonferenz beendet. volksfreund.de wird weiter vom Festival berichten.